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Rundreise Neuseeland Teil 4


Obwohl Christchurch die zweitgrößte Stadt in Neuseeland und die größte auf der Südinsel ist, hat sie nur knapp eine halbe Million Einwohner. Im September 2010 ereignete sich ein schweres Erdbeben mit der Stärke 7,1 auf der Richterskala, welches zahlreiche Gebäude zerstörte. Rund ein halbes Jahr später zerstörte ein erneutes Erdbeben mit der Stärke 6,3 auf der Richterskala einen erheblichen Teil des Stadtzentrums, wobei unter anderem wichtige historische Gebäude einstürzten. Bei diesem Erdbeben kamen 185 Menschen ums Leben. Im Februar 2016 kam es erneut zu einem Erdbeben mit der Stärke 5,7 auf der Richterskala, das aber nur kleinere Schäden anrichtete. 

Christchurch, Neuseeland

Auf Grund der zahlreich zerstörten Gebäude wurden diese durch neue ersetzt, weshalb die Stadt sehr modern wirkt. Alte historische Gebäude, die man erhalten will, werden heute noch durch Stahlträger gestützt und restauriert. Vor 1830 wurde das Gebiet ausschließlich von Māori bewohnt. Um 1830 kamen die ersten Siedler. Der Hauptteil der europäischen Bevölkerung siedelte aber erst ab Dezember 1850 in diesem Gebiet. Die Versorgung der Siedlung war sehr schwierig, da zwischen dem sicheren Hafen Lyttelton, der damals noch Port Cooper hieß, und Christchurch eine Hügelkette liegt und der Pfad, der darüber führte, sehr steil war. Trotzdem erlangte Christchurch schon am 31. Juli 1856 die Stadtrechte und gilt als die älteste Stadt Neuseelands. Die Stadt besitzt zahlreiche Parks und Grünanlagen, weshalb sie auch Garden City genannt wird.

Modernes Stadtbild Christchurch, Neuseeland

Hagleypark Christchurch, Neuseeland

Um uns einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen, benutzen wir die historische Tram, die man mit einem Tagesticket als „hop on, hop off“ benutzen kann. Die Geschichte der Straßenbahn reicht bis in das Jahr 1880 zurück und erreichte 1922 mit 86 Kilometern seine größte Ausdehnung. Zunächst als Pferdegespann wurde die Bahn mit Dampftraktion und schließlich elektrisch betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bahn allerdings immer unwirtschaftlicher, so dass sie Mitte der 50er Jahre völlig eingestellt wurde. 

Tram in Christchurch, Neuseeland

Die Tram wiederzubeleben scheiterte zunächst, bis man sich auf ein touristisches Konzept einigte und die Straßenbahn im Stadtzentrum auf einem Rundkurs von 2,5 Kilometern und 18 Stationen fahren ließ. Dieses Konzept hat sich bis heute bewährt und wurde nur durch das Erdbeben von 2011 bis 2014 unterbrochen. Alle Wagons sind aus historischem Bestand, was ein krasser Gegensatz zur modern wirkenden Stadt ist. Die Fahrer erzählen während der Fahrt über die Geschichte der Stadt und ihre Gebäude. Man kann aus- und einsteigen und so den Stadtkern entdecken.

Riverside Markt Christchurch, Neuseeland

Schlechtwetterprogramm. Eines der vielen Einkaufszentren in Christchurch

Avon River Christchurch, Neuseeland

Eine weitere Attraktion ist der mitten in der Stadt befindliche Hagley Park. Der Park hat eine Ausdehnung von rund 200 Hektar und beherbergt einen Golfplatz sowie Polo- und Cricketplätze. In seiner Größe übertrifft er den berühmten Hyde Park in London, der nur 140 Hektar misst. Der Botanische Garten an der Ostseite des Parks wird vom Avon River umschlossen. Südlich des Botanischen Gartens schließt sich, auf der anderen Seite des Avon Rivers und in den Hagley Park eingebettet, das städtische Krankenhaus an.

Mit dem Sessellift durch den Adventurepark Christchurch, Neuseeland

Eine wunderbare Aussicht auf die Stadt hat man, wenn man sich auf die vorhin genannte Hügelkette zwischen Lyttelton und Christchurch begibt. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann die Gondel am Bridle Path benutzen, die oberhalb Lyttelton Harbour endet, oder man nimmt den Sessellift im Christchurch Adventure Park. Wir entscheiden uns für den Sessellift. Der Adventurepark wird meist von Downhill-Fahrern genutzt. Zahlreiche Routen, von Anfänger bis Fortgeschrittene, führen ins Tal. Neben den Mountainbikern kann man sich über eine Seiltrasse ins Tal befördern lassen. Man hängt dann in einem Geschirr und lässt sich über Rollen, die in das Seil eingehängt werden, ins Tal fallen. Die klassische Methode ist, ins Tal zu wandern, wobei uns auf dieser Route auch viele entgegengekommen und statt des Sessellifts zu Fuß gegangen sind.

Kammstrasse oberhalb Christchurch, Neuseeland

Lyttelton Harbour, Neuseeland

Eine dritte Möglichkeit ist, mit dem Auto über den Dyers Pass zu fahren. Auf der Passhöhe befindet sich ein Café und es zweigt eine Straße ab, die am Kamm der Hügelkette entlangführt. Von hier oben hat man an verschiedenen Aussichtspunkten eine tolle Sicht auf Christchurch und auf den Fjord, in dem Lyttelton Harbour liegt. Wir fahren mit dem Auto über den Pass und an der Küste entlang nach Diamond Harbour. Die kleine Ortschaft liegt genau gegenüber von Lyttelton Harbour. Auf dem Rückweg fahren wir dann auf den Gebbies-Pass und biegen dort auf die oben erwähnte Kammstraße ab. Die Straße ist spektakulär, eng und kurvig. Für größere Fahrzeuge eher nicht geeignet. Christchurch gefällt uns sehr gut, sodass wir uns entschlossen haben, ein bisschen länger zu bleiben. Was wir in der nächsten Woche so alles erleben, berichten wir hier an dieser Stelle. Drum vergesst nicht, uns auf Social Media zu abonnieren. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.

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