Mit der Eisenbahnfahrt von
Glenbrook nach
Waiuku schließen wir unseren Aufenthalt in diesem Teil von Neuseeland ab. Die Strecke von
Paerata nach Waiuku wurde 1922 das erste Mal eröffnet. 45 Jahre wurde diese Strecke mit einer Dampflokomotive betrieben, ehe sie im Jahre 1967 eingestellt wurde. Bereits drei Jahre später gründete sich das
Glenbrook Vintage Railway Charitable Trust Board und ließ 1977 einen 4,5 Kilometer langen Abschnitt wieder aufleben. Diese Strecke wird bis heute mit einer im Jahr 2018 renovierten Dampflok
Ww480 betrieben. In die Zeit zurückversetzt kommt ein Hauch Nostalgie auf, wenn man den alten Waggon mit seinen roten Ledersitzen betritt. Das Dampfross schnaubt, unruhig wartend, bis alle Gäste eingestiegen sind. 27 NZ$ kostet so eine Fahrt. Langsam setzt sich der Zug in Bewegung und man hat genügend Zeit, die Landschaft um Waiuku zu bewundern. Auf der Rückfahrt wird an einer Außenstation Halt gemacht. Hier kann man aussteigen. Der Zug setzt zurück, um dann, mit Vollgas, an einem vorbeizufahren. Eine tolle Idee, um einmalige Fotos zu schießen. In Glenbrook erlebt man nostalgischen Bahnhofsflair, ein sehr empfehlenswertes Erlebnis.
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| Fahrgast im roten Waggon, Glenbrook Neuseeland |
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| Bahnfahrnostalgie, Glenbrook Neuseeland |
Wir verlassen die Region und machen uns auf den Weg nach
Wellington. Genauer gesagt sind wir in dieser Woche etwas nördlich, in
Lower Hutt, unterwegs. Über
Hamilton und
Cambridge geht es südlich vorbei an
Hobbiton Movie Set, dem Dorf der Hobbits aus dem Film „
Der Herr der Ringe“. Eine Führung durch das Dorf kostet 120 NZ$ pro Person, was wir nicht ausgeben wollen, und wir schauen uns das Dorf lieber noch einmal im Film an.
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| Kleinstadtszene in Neuseeland |
Wir fahren weiter nach
Taupo. Der
Tauposee ist ein Kratersee eines vor rund 26500 Jahren kollabierten Vulkans. Er ist der größte See Neuseelands. Die Magmakammer brach in sich zusammen. Im Umkreis von 500km² senkte sich der Bereich um ca. 500 Meter. Die Flüsse des 3500km² großen Einzugsgebietes füllten die Senke. Im Norden, bei der Stadt Taupo, schuf sich ein Durchbruch, der den heutigen Wasserspiegel des Sees hält. An diesem Durchbruch entstanden die
Huka Falls, die mit einer Fallhöhe von 11 Metern zwar nicht hoch, aber trotzdem sehr attraktiv sind. Wir folgen dem
State Highway 1 weiter Richtung Süden und gelangen nach bergigem Anstieg auf eine wüstenähnliche Hochebene. Zu unserer Rechten türmt sich der 2797 Meter hohe
Mt. Ruapehu auf. Leider ist sein Gipfel von Wolken verhangen, sodass wir nicht sehen können, ob noch Schnee oben liegt. Allerdings gehen wir davon aus, dass es so ist. In
Waiouru ändert sich die Landschaft erneut und statt der Wüste tritt wieder saftiges Weideland in den Vordergrund. Kurz vor
Hunterville verlassen wir den State Highway 1 und biegen in ein enges Tal, auf den
State Highway 54, ab. In
Waituna erreichen wir eine große Ebene, die sich bis nach
Palmerston zieht. Auf dem
State Highway 3 fahren wir zwischen
Ashhurst und
Woodville über einen Bergkamm und gelangen in ein weiteres Tal, das uns bis an den Rand des
Kaitoke Regional Parks führt. In
Featherston beziehen wir Quartier in einem einfachen Motel. Im Brac&Bow, einem sehr schön eingerichteten Restaurant, entdecken wir eine feine Küche. Wir fühlen uns wohl und lassen den Tag noch einmal Revue passieren.
Am nächsten Tag geht es wieder durch die Berge bis ins Hutt-Tal. Hier werden wir die nächsten Tage mit Wandern verbringen. Wir haben den Hutt-River-Trail für uns entdeckt. Er startet im
Hikoikoi Reserve und reicht bis zum Kaitoke Regional Park. Das sind rund 23 Kilometer am Hutt River entlang. Ein einfacher, flacher Wanderweg, den man an vielen Stellen betreten kann. Parkplätze entlang des Weges machen es einfach, immer wieder ein- und auszusteigen. Insgesamt legen wir drei Etappen zurück. Der Hutt River mündet in den Wellington Harbour. Der Naturhafen hieß bis 1984 Port Nicholson und wurde danach in Wellington Harbour umbenannt. Der Hafen hat eine Fläche von 78 km² und öffnet sich im Süden durch einen rund 1,5 Kilometer breiten Zugang zur Cook Strait. Auf der südwestlichen Seite des Hafens liegt die Hauptstadt Wellington, die wir nächste Woche besuchen wollen. Bis dahin wie immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.
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