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Rundreise Neuseeland, Teil 1

Die Polizistin muss, als sie mich fragte, ob ich heute schon Alkohol getrunken habe, und sie mir das Gerät vor die Nase hielt, gedacht haben: „Entweder ist der total betrunken oder er ist nicht ganz richtig in der Birne. Er sieht aus wie scheintot und weiß nicht, wie ein Alkoholtester funktioniert.“ Sie entschließt sich, Ersteres anzunehmen, und sagt: „Sie müssen da vor dem Gerät laut bis fünf zählen.“ Ich zähle also und das Gerät zeigt „Pass“ an. Etwas verwundert wünscht sie uns einen guten Tag. Es ist der 2. Januar und wir stehen vor der Kariotahi Beach. Bis 1950 war da übrigens noch ein „i“ vor dem „t“, was vermutlich durch die schwere Aussprache, selbst bei den Neuseeländern, weggefallen ist (der Strand ist übrigens schwarz, obwohl Google ihn als weiß anzeigt). Er befindet sich südwestlich von Auckland und ist gute 37 Kilometer lang. Der Strand hat sich im Laufe von zwei Millionen Jahren gebildet und besteht aus Eisenoxid von den Vulkanausbrüchen des Mount Taranaki. Hier kann man surfen, fischen, reiten und sich mit dem entsprechenden Fahrzeug offroad bewegen. Als mich die Polizistin fragte, ob ich eine Genehmigung habe, wusste ich zunächst nicht, was sie meint. Auf die Idee, dass man den Strand befahren darf, bin ich gar nicht gekommen. Ich hatte natürlich keine und mit unserem Auto wäre das Unterfangen, den Strand zu befahren, sicherlich nicht gut ausgegangen. So stellen wir das Fahrzeug auf dem Parkplatz ab und machen einen Strandspaziergang. Auf dem Rückweg passieren wir erneut die Alkoholkontrolle. Offensichtlich war man der Meinung, mit dem Gerät kann was nicht stimmen. Doch diesmal war ich vorbereitet und zähle brav von eins bis fünf.

Kariothai Beach Tasmansee, Neuseeland

Wir sind jetzt über eine Woche in Waiuku. Das Land ist vor allem durch Farmland geprägt. Natürlich haben wir uns auch am sogenannten „Boxing Day“ in den Trubel Aucklands gestürzt. Der „Boxing Day“ ist der Tag nach Weihnachten, an dem die Neuseeländer ihre Weihnachtsgeschenke umtauschen. Eigentlich ist das Ganze nicht auf einen Tag beschränkt, aber der 26. Dezember ist der offizielle Tag. In der Queen Street, der Einkaufsmeile in Auckland, herrscht buntes Treiben. Alles ist heruntergesetzt und die Leute tauschen um und kaufen ein. Wir finden ein Parkhaus in der Durham Street und lesen das Kleingedruckte nicht. Der angegebene Preis für das Parken erscheint uns nicht sehr hoch. Eben, im Kleingedruckten beläuft sich die Preisangabe auf eine ¼-Stunde. Wir haben es überlebt. Wir besuchen die Hafengegend, den Skytower und, wie gesagt, die Queen Street mit all ihren Nebenstraßen. Auckland ist eine sehr saubere Stadt, klinisch rein ist da wohl der bessere Ausdruck. Mit 1,6 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt Neuseelands. Hier leben rund 1/3 der neuseeländischen Bevölkerung. Das Stadtzentrum ist relativ klein, Auckland selbst aber riesig. Das liegt vor allem daran, dass der Neuseeländer ungern in einem Mehrfamilienhaus und schon gar nicht in einem Hochhaus leben will. Stattdessen bevorzugt er das Einfamilienhaus. Die Stadt hat eine Ausdehnung von 607 km², während der Stadtkern nur 4,3km² misst. Es gibt zahlreiche Bars und Restaurants, viele im Hafengebiet. Uns haben am meisten die Vororte gefallen. Schöne Vorstadtvillen im Kolonialstil findet man in Ponsonby, Freemans Bay und Remuera.

Queen Street mit Skytower, Auckland

Einkaufs-Mall im Zentrum von Auckland, Neuseeland

Auf den zahlreichen Ausflügen in dieser Region besuchen wir unter anderem die Vivian Falls im Harker Reserve. Eine beeindruckende Brücke führt auf dem Weg dorthin über den Waikato River, der unweit bei Port Waikato ins Meer mündet. Hier gibt es sehenswerte Sanddünen, die südlich an den Kariotahi Beach anschließen. Allerdings liegt die Mündung des Waikato Rivers dazwischen, sodass man sich nur mit dem Boot von Süden dem Strand nähern kann.

Brücke über den Waikato River. Neuseeland

Vivian Falls, Neuseeland

Die Halbinsel nördlich von Waiuku heißt Awhitu. Auf ihrer westlichen Seite befindet sich der schon erwähnte Strand Kariotahi. Auf der Ostseite zieht sich ein langgezogener Fjord nach Süden, bis nach Waiuku. Die Wanderwege führen durch eine faszinierende Landschaft, die von dramatischen Klippen und Dünen geprägt ist. Ganz im Norden befinden sich die Manukau Heads, die den Eingang von der Tasmansee zum Manukau Harbour darstellen. Der Hafen ist der zweitgrößte Naturhafen Neuseelands. Allerdings macht die Zufahrt Aufgrund einer Untiefe vor der Hafeneinfahrt die Navigation äußerst schwierig. 1863 ereignete sich hier das schwerste Schiffsunglück Neuseelands, als die HMS Orpheus bei klarer Sicht auf Grund lief. 189 Menschenleben forderte diese Katastrophe. 

Manukau-Heads-Leuchtturm, Neuseeland

Gegenüber den Manukau Heads befindet sich auf der Halbinsel Puponga der kleine Ort Cornwallis. Hier sollte eigentlich Auckland entstehen. Durch betrügerische Landverkäufe ist man allerdings sehr schnell davon abgekommen. Wie auch immer, Auckland ist nicht weit weg entstanden. Wir sind mit unserer Rundreise erst am Anfang. Was wir bis jetzt erlebt haben, hat uns aber schon sehr gut gefallen. Wenn ihr nichts verpassen wollt, abonniert den Blog. Wir wünschen Euch auch an Land immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.

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