Familie und Freunde
Diese Woche steht ganz im Zeichen der Familie und Freunde. Neben diesen erfreulichen Ereignissen gilt es aber auch wieder, im öffentlichen Verkehr, bei den Behörden und diversen Dienstleistern Herausforderungen zu meistern. Nach all den Erlebnissen, die wir seit Mai diesen Jahres in Deutschland hatten, haben wir uns entschlossen, wieder aus Deutschland auszuwandern. Diesmal geht es nicht in die Schweiz, sondern nach Österreich.
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| Wieder auf dem Absprung |
Leider sind auch hier wieder einige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Wenn man Deutschland verlässt, muss man sich laut Meldegesetz von seinem Wohnsitz abmelden. In der Regel muss das persönlich auf dem Bürgeramt geschehen. Die Fristen sind sehr eng gesetzt. Man kann dies maximal eine Woche vor Ausreise tun. Da wir am Montag in aller Herrgottsfrühe Deutschland verlassen werden, suchen wir uns den Freitag davor aus. Im Internet recherchieren wir die Öffnungszeiten und stehen pünktlich um 9.00 Uhr vor verschlossenen Rathaustüren. Ein Hinweisschild weist uns darauf hin, dass das Rathaus wegen einer Mitarbeiterveranstaltung heute geschlossen ist. Der Versuch, einen eventuell eingerichteten Notdienst telefonisch zu erreichen, scheitert nach einer Stunde in der Warteschlange, nachdem man uns von Wartenden Nummer 7 auf 1 runtergezählt hat. Leider hat dann trotzdem niemand das Telefon abgenommen. Es war weder im Internet noch telefonisch ersichtlich, dass das Rathaus an diesem Freitag nicht arbeitet. Wir haben uns daraufhin per E-Mail abgemeldet. Ob ein persönliches Erscheinen noch erforderlich ist, bleibt abzuwarten. Vor allem stellt sich die Frage: Wer die Kosten für eine eventuell notwendige Anreise zahlen wird? Die Geschichte bleibt also spannend. Auf dem Weg nach Stuttgart fällt dann mal wieder ein Signal aus, auf das die Bahn mit einem abrupten Abbruch der Zugverbindung reagiert und du dich schließlich selbst um eine andere Verbindung zu kümmern hast. Auf solche Sachen sind wir allerdings mittlerweile vorbereitet, sodass dies nur noch kleine Herausforderungen sind. Etwas größere Schwierigkeiten macht uns das Ausleihen eines Kastenwagens, dessen Mängelliste, obwohl das Fahrzeug erst 16000 Kilometer gefahren wurde, exorbitant lang ist. Zur Sicherheit habe ich alle Schäden vor Abreise fotografiert. Nach der Rückgabe, selbstverständlich vollgetankt, unterstellt man mir, einen Schaden verursacht zu haben, der vorher nicht dagewesen sein soll. Nach fünf Zuständigkeiten gelange ich an die Richtige. Ich solle das gemachte Foto per E-Mail an die Schadensabteilung senden. Leider hat diese formlose E-Mail nicht ausgereicht. Am nächsten Tag kommt die Aufforderung, ein Schadenprotokoll auszufüllen und das Beweisfoto erneut zu senden. Übrigens, reden wir hier nicht von einem kleinen versteckten Schaden, sondern von einer riesigen Delle, die eigentlich unübersehbar ist.
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| Delle im Auto |
Dazu kommt, dass die Tankstelle meines Vertrauens mir für 16 Liter Diesel 120 € in Rechnung stellt. Der Tankautomat hat den Liter mit 2,29 € ausgewiesen, also 36,64 €. Das ist schon ein stolzer Preis, aber 120 € bin ich nicht bereit zu zahlen. Da diese Tankstelle nur aus Automaten besteht, ist wieder einmal Internetrecherche angesagt, um die Reklamation zu platzieren. Die Dame am anderen Ende ist natürlich nicht zuständig, leitet aber die Anfrage weiter. Leider bisher ohne Erfolg. Ich befürchte, das wird eine teure Angelegenheit für ein paar Umzugskartons. Ich halte Euch da auf dem Laufenden.
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| Der Traummann steht übrigens links |
Doch es gibt auch Positives zu berichten. Bei Traumwetter hat unsere Nichte ihren Traummann geehelicht und eine kleine Party gefeiert. Endlich mal wieder was Gescheites zu essen (und zu trinken natürlich). Leider konzentrieren sich solche Events immer, und wir feiern am nächsten Tag noch einen Geburtstag mit einem Grillabend im Garten. Solche geballten Aktionen sind für mich mittlerweile sehr anstrengend. Man sagt ja, im Alter braucht man immer weniger Schlaf. Das kann ich leider nicht bestätigen. Zumindest in der Kombination, sehr spät ins Bett mit einer gewissen Menge an Weizenbier, ist Schlaf zur Regeneration nicht zu unterschätzen. Wenn einem dann die Zeit ausgeht, weil der Intervall sehr kurz ist, wird es schwierig. Aber auch die Herausforderung haben wir inzwischen gemeistert und so sind wir zwar immer noch ein bisschen müde, haben uns aber sehr auf die Menschen gefreut, die wir durch unsere Abwesenheit schon lange nicht mehr gesehen hatten. In diesem Sinn immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.



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