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Gesund

Die Sonne blendet und blitzt zwischen der Frankfurter Skyline hindurch. Gerade eben haben wir das Frankfurter Kreuz passiert. Das Frankfurter Westkreuz wird angezeigt und wir biegen Richtung Innenstadt ab. Die Hochhäuser des Bankenviertels werfen ihre Schatten. Die Straßen dazwischen sind mittlerweile als Fahrradstraßen eingerichtet. Als ich vor 40 Jahren das letzte Mal hier war, waren Fahrräder rar in Frankfurt. Das lag vor allem daran, dass man damals ein Fahrrad nicht unbeaufsichtigt irgendwo stehen lassen konnte. Dann war es nämlich garantiert weg, auch wenn man ein dickes, fettes Schloss dran gemacht hat. Wie das heute aussieht, weiß ich nicht, aber der Radverkehr hat gegenüber von vor 40 Jahren enorm zugenommen. 

Sonne über Frankfurt

Parkplätze gibt es keine. Zumindest nicht für Auswärtige. Parken nur für Anwohner mit Parkausweis Nr. 15. Möchte man eins der zahlreichen Restaurants in dieser Gegend besuchen, muss man wohl mit dem Chauffeur vorfahren und sich nach dem Dinner wieder abholen lassen. Zumindest die goldenen Speisekarten am Eingang lassen vermuten, dass, wenn man sich das Essen in diesen Edelschuppen leisten kann, es am Chauffeur nicht hapern kann. Vor diesem Hintergrund sind die 25 €, die für das Parken im eingeschränkten Halteverbot an der Windschutzscheibe hängen, geradezu lächerlich. Für 10€ die Stunde kann man in Auckland nicht parken und die Stadt Frankfurt am Main scheint es gebrauchen zu können. Das nächste Parkhaus an der Oper, rund 1,5 Kilometer entfernt, hätte vermutlich auch nicht viel weniger gekostet. 

Steampunk, fast so schön wie Frankfurt

Um den Verkehr auf der Autobahn zu vermeiden, sind wir schon früh losgefahren. Die Rechnung ging auf und nun sind wir 1,5 Stunden zu früh angekommen. Nach den unzähligen Runden auf der Suche nach einem Parkplatz haben wir auf der Bockenheimer Landstraße ein nettes Café entdeckt. Der Weg durch die Häuserschluchten ist um diese Uhrzeit noch kühl und wir müssen aufpassen, nicht von einem der zahlreichen Radler überfahren zu werden. Wir erreichen das Café unbeschadet und frühstücken erst einmal. Heute Morgen, bevor wir losfuhren, gab es nur einen Kaffee. 5 Uhr morgens ist auch eine unchristliche Zeit, aber wir sind froh, überhaupt einen Termin bekommen zu haben. Nachdem ich den Antrag auf Verlängerung unseres Visums für Neuseeland eingereicht hatte, wurde von der Immigration ein Röntgenbild des Brustkorbs gefordert. Ohne dieses Röntgenbild könne keine weitere Bearbeitung stattfinden. Wie schon letzte Woche erwähnt, gibt es in Deutschland nur zwei Ärzte, die für das Verfahren in Neuseeland freigegeben sind. Nachdem ich per E-Mail unsere Situation geschildert hatte, haben wir für diese Woche einen Termin bekommen. Mit der E-Mail habe ich auch das Schreiben der neuseeländischen Immigration mitgeschickt. So ist alles schon vorbereitet und mit ein paar Unterschriften und einem ausgefüllten Fragebogen geht es in den Keller zum Röntgen. Eine viertel Stunde später stehen wir vor dem Arzt. „Ihr seid gesund“, ist die kurze und knappe Visite. „Wir leiten Eure Daten weiter“, und schon waren wir wieder aus der Praxis draußen. Runde 200€ hat der ganze Spaß gekostet. Parkgebühren (Strafzettel) und Spritgeld eingerechnet. 

Mir san gesund

Mehr Geld wollten wir dann auch nicht in Frankfurt am Main lassen und so geht es auf direktem Weg wieder zurück nach Stuttgart. Diesmal mit deutlich mehr Verkehr und in Heilbronn stehen wir dann, vor dem Weinsberger Kreuz, kurz im Stau. Inzwischen hat es schon wieder fast 32°C. Gestern habe ich mit Neuseeland telefoniert. Dort ist es saukalt und man empfiehlt uns, dicke Jacken mitzunehmen. Klar, in Neuseeland ist jetzt Winter und das Frühjahr lässt noch ein wenig auf sich warten. 

Neuseeland im Winter kann kalt sein

Morgens liegt der Reif auf dem Steg und man muss lange auf die warmen Sonnenstrahlen warten. Nach dem heißen Sommer in Europa sehnt sich Gaby nach diesen Verhältnissen in Neuseeland. Ich bin da eher ein wenig zurückhaltender, liebe ich doch inzwischen Temperaturen um die 30°C und habe auch kein Problem damit, wenn sie mal an die 40°C heranreichen. Da werden einstellige Temperaturen sicherlich eine Umstellung. Ein Minus vor der Temperaturanzeige möchte ich mir schon gar nicht vorstellen. 

Danke an all unsere Freunde für Eure Gastfreundschaft

Aber das sind Details. Jetzt müssen wir erst einmal schauen, dass wir wieder nach Neuseeland kommen. So wie das momentan aussieht, kommen wir mit drei Koffern plus je einem Koffer als Handgepäck aus. Die letzte Woche ist angebrochen und wir halten Euch wie immer auf dem Laufenden. Bis nächste Woche, bleibt gesund und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Haltet die Ohren steif.

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