Wenn es brennt, muss man löschen
Der Sommer will dieses Jahr in Deutschland kein Ende nehmen. Die Tage sind weiterhin heiß und trocken. In der Landwirtschaft zu trocken und für diverse Feste auch. So wird die 1.-August-Feier in der Schweiz, bis auf ein paar Ausnahmen, ohne Feuerwerk stattfinden. Der Verkauf von Pyrotechnik wurde verboten, da die Waldbrandgefahr zu hoch ist.
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| Amden,Schweiz |
Wir sind auf dem Weg von Deutschland in die Schweiz und besuchen dort unseren ehemaligen WG-Kollegen Ivo, der sich in der Nähe von Klosters einen repräsentativen Altersruhesitz zugelegt hat. Der Spruch: „Platz ist in jeder Hütte“, würde das Objekt nur unzulänglich beschreiben, also versuche ich es erst gar nicht, die Dimensionen in Worte zu fassen. Der erste Ferientag in Baden-Württemberg lässt uns, was den Verkehr betrifft, Böses erahnen und uns früh am Morgen aufbrechen. Wir sind allerdings angenehm überrascht, dass wir ohne größere Verkehrsstaus unser Ziel erreichen. Die braunen Wiesen in Deutschland werden von den saftig grünen Berghängen der Vorarlberger und Schweizer Alpen abgelöst. Nur bei genauerem Hinschauen sieht man, dass das Gras auch ziemlich trocken ist. Nicht umsonst wurde das Abschießen von Feuerwerk in der Schweiz verboten. Aber nicht nur auf den Hängen ist es trocken, auch unsere Kehlen brennen vor Trockenheit, bei Temperaturen nahe den 40°C. Da hilft nur eins: löschen. Michael, extra aus Wetzikon angereist, hat genügend Löschmittel im Reisegepäck und auch wir können mit einem Schilcher aus der Südoststeiermark zum Löschen beitragen. Wie immer, wenn wir mit den WG-Kollegen zusammentreffen, wird es ein langer Abend und irgendwie honoriert auch die Natur unsere Löschversuche und schenkt den Wiesen ein Gewitter, mit zumindest etwas Regen.
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| Walensee, Schweiz |
Am nächsten Tag geht es weiter auf die Sonnenterrasse nach Amden, oberhalb des Walensees. Wir besuchen Barbara und Uli, die wir noch aus Zeiten kennen, als wir in Deutschland gelebt haben. Mittlerweile sind die beiden in der Schweiz sesshaft geworden. Ich hatte schon Bedenken, dass es für das angekündigte Raclette viel zu warm sein würde, doch meinte es der Wettergott auch diesmal gut mit uns und bescherte uns eine Abkühlung in Form eines Gewitters. Trotzdem mussten wir auch in Amden unseren brennenden Kehlen ausreichend Löschmittel zuführen. Mit einem kurzen Ausflug zum Aussichtspunkt Chapf schließen wir den Besuch ab und fahren weiter nach Galgenen, wo wir Sibylle und René treffen. Franziska und Hanspeter sind auch da und so feiern wir ein geselliges Wiedersehen. Immerhin haben wir uns schon über vier Jahre nicht mehr gesehen. Außer, dass wir das Löschmittel von Wein auf sauren Most gewechselt haben, hat sich an dem Ritual, die trockenen Kehlen zu befeuchten und den Brand zu löschen, nicht viel geändert. Mit René mache ich noch eine kleine Wanderung zum Zürichsee und schaue mir die neu geplante Marina in Lachen an.
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| Beim Löschversuch |
In Rüti treffen wir dann noch unseren ehemaligen Chef auf einen Kaffee, bevor wir wieder nach Deutschland aufbrechen. Gerne hätten wir noch andere Freunde besucht, aber durch die Ferienzeit haben wir den ein oder anderen nicht angetroffen. Das werden wir dann das nächste Mal nachholen. Der Rückweg ist ebenso entspannt wie der Hinweg, obwohl die A 81 gefühlt aus 100 Baustellen besteht. Offensichtlich werden alle Brücken gleichzeitig saniert und davon gibt es auf der A 81 eine ganze Menge. Trotzdem können wir unseren Ausflug in die Schweiz am Abend beenden.
Jetzt ist es an der Zeit, unsere Abreise vorzubereiten. Im Internet stelle ich einen Antrag zur Visaverlängerung. Leider bekommen wir als Auflage, unseren Brustkorb röntgen zu lassen. In Deutschland gibt es zwei Ärzte, die dafür zugelassen sind. Der eine sitzt in Frankfurt, der andere in Berlin. Leider ist der Arzt in Frankfurt sehr ausgebucht. Eine telefonische Terminvereinbarung scheitert zunächst. Ich soll eine E-Mail schreiben, die bis jetzt unbeantwortet bleibt. Wenn alle Stricke reißen, müssen wir uns dann in Neuseeland röntgen lassen. Das Problem ist die Frist von drei Wochen, die uns von der Immigration eingeräumt wurde. Ich hoffe, das klappt alles. Wie die ganze Geschichte ausgeht, erzähle ich Euch das nächste Mal. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.



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