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| Zurück in Neuseeland. Ein bisschen kalt, aber es ist ja schließlich Winter |
Einen Tag später, nachdem wir unsere Röntgenuntersuchung in Frankfurt hatten, war das Visum für Neuseeland in unserem elektronischen Postfach. Das ist erfreulich, steht somit unserer Abreise nichts mehr im Wege. Die letzte Woche verging wie im Flug, ehe wir uns versehen können, sitzen wir im Flugzeug Richtung Neuseeland. Den Abschied zu feiern, geht schon eine Woche vorher los. Es dauert halt ein bisschen, bis man sich von allen Freunden und Bekannten verabschiedet hat. Ein Termin jagt den anderen. Ich verschicke noch zwei meiner Bücher als Pflichtexemplar an die Nationalbibliothek nach Frankfurt, und gebe zwei Bücher in der Landesbibliothek in Stuttgart ab. Ich war etwas überrascht, das selber machen zu müssen. Bei den elektronischen Büchern hat das Einreichen des Pflichtexemplars automatisch funktioniert. Bei den Printversionen muss man das selbst machen, wenn man im Selbstverlag verlegt. Wie auch immer, das ist jetzt auch erledigt und somit habe ich mich in Deutschland als Autor verewigt.
Der Flug von Stuttgart nach Wien ist nur ein Katzensprung. In Wien haben wir nur einen kurzen Aufenthalt und sitzen schnell im Flugzeug nach Shanghai. Ich habe bei
Austrian Air auf ein Upgrade zum Business-Flug gewettet und gewonnen. Die 11 Stunden Flug werden also angenehmer als erwartet. In Shanghai werden wir am Gate abgeholt. Ich ahne schon Schlimmes, was sich dann auch bestätigt. Wir werden an dem Transitgate vorbeigeschleust und vor einem Desk der
New Zealand Air abgestellt. Hinter dem Desk sitzen drei gähnende Männer, die krampfhaft gegen den Schlaf ankämpfen und sich furchtbar langweilen. Die Dame, die uns am Gate abgeholt hat, zwängt sich hinter den Stühlen der gähnenden Männer vorbei und steht uns nun gegenüber. Als Erstes möchte sie einmal unsere Pässe sehen. Danach wird nach einem Rückflugticket von Auckland nach Deutschland gefragt. Da wir kein Rückflugticket haben, versuche ich, ihr zu erklären, dass wir Neuseeland mit einem Segelboot verlassen werden. Sie greift zum ersten Mal zum Telefon und versucht, die Situation auf der anderen Seite der Leitung zu erklären. Danach wendet sie sich wieder an uns. „Sie brauchen ein Rückflugticket, ansonsten kann ich sie nicht weiterfliegen lassen.“ Ich erkläre ihr noch einmal, dass wir mit unserem eigenen Boot, welches zurzeit in Neuseeland steht, ausreisen werden. Wie lange wir den in Neuseeland bleiben wollen, ist dann die nächste Frage. 180 Tage erwidere ich. Die Augen meiner Gegenüber werden immer größer. Wir haben ein Visum, schiebe ich gleich hinterher. Die drei Männer hinter der Theke gähnen wieder. Zum Glück hatte ich mir das elektronische Visum auf Papier ausgedruckt. Ich halte es ihr unter die Nase. Doch leider löst das Visum nicht das Problem. Sie hat immer noch keinen Nachweis, dass wir Neuseeland auch wieder verlassen werden. Nachdem ich ihr dann noch die Frage stelle, wo das denn stehe, dass man ein Ausreiseticket brauche, benutzt sie ihr Handy mit der Übersetzungsapp. Die App übersetzt von Chinesisch auf Englisch und ich bekomme zu lesen, dass sie empfiehlt, ein Flexticket zu kaufen, das erstattet werden könnte. Doch so einfach wird sie mich nicht mehr los. Schließlich hatte ich sie nicht darum gebeten, mir den Weg zu unserem nächsten Flug zu zeigen. Ich zeige ihr meine Bootspapiere und erkläre ihr erneut, dass wir mit diesem Boot nach 180 Tagen Neuseeland verlassen werden. Aus Erfahrung weiß ich, dass sie das nicht mehr entscheiden kann. Es ist aber auch unhöflich, sie darauf hinzuweisen, einmal ihren Chef zu fragen. Darauf muss sie ganz alleine kommen. Zum Glück hat sie das dann auch getan und neben den drei gähnenden Männern, die sich immer noch furchtbar langweilen, taucht ein weiterer auf. Die ganze Geschichte geht also von vorne los. Kein Rückflugticket, 180 Tage Visum, Bootspapiere und dann der Griff zum Telefon. Allerdings kommuniziert er in Englisch, was mich vermuten lässt, dass er mit Auckland telefoniert. Offensichtlich erklärt ihm die neuseeländische Seite, dass dies so in Ordnung geht, worauf er noch zweimal nachfragt. Die Dame, die uns abgeholt hat, wirft noch ein, dass er sich den Namen des Neuseeländers geben lassen soll. Nachdem die andere Seite den Namen buchstabiert hatte, kam das zustimmende Nicken in unsere Richtung und aus irgendeinem Grund werden uns zwei Papiertickets in die Hand gedrückt, obwohl wir eigentlich E-Tickets haben. Der Rest geht dann ganz schnell. Wir werden von einer weiteren Dame durch den Zoll bugsiert und befinden uns dann vor dem Bodycheck, die einzige Hürde, die wir noch überwinden müssen, um in die riesige Wartehalle des Flughafens von Shanghai zu gelangen. Leider können wir die Launch nicht nutzen, da Kreditkarten nur über eine bestimmte App funktionieren. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, aber nachdem ich es trotzdem versucht habe, lief mein Spamordner mit über 50 E-Mails innerhalb eines halben Tages über. Wir verbringen acht Stunden auf diesem langweiligen Flughafen, bis wir endlich in das Flugzeug nach Auckland einsteigen können.
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| Frühstück in Auckland, nach 36 Stunden Reisezeit |
Auckland erwartet uns mit 12 °C. Die Passkontrolle funktioniert hier automatisch. Der Zoll schickt uns in die Expresslinie, was bedeutet, dass wir vom Hund nach Lebensmitteln beschnuppert werden. Innerhalb von einer halben Stunde stehen wir in der Kälte und warten auf a Taxi, aber es kummt net, kummt net, brummt net. Da wir noch keinen Handyempfang haben, taucht der blaue Abhol-Button in der Uber-App nicht auf. Ich eile zurück in die Ankunftshalle, in der es freies WLAN gibt, um mit Uber Kontakt aufzunehmen. Und siehe da, ich sehe zum ersten Mal den oben erwähnten Button. Nach dem Betätigen dauert es noch fünf Minuten und unser Uber steht am vereinbarten Platz. Der Fahrer schaut mich verwundert an und fragt, was so lange gedauert hat. Ich sage zu ihm, dass ich nach 36 Stunden Flug, den blauen Button nicht gefunden habe. Er lächelt und bringt uns zu unserem Auto, das wir auf der anderen Seite von Auckland untergestellt haben.
Heather und John schlafen noch, sodass wir erst einmal in ein Café frühstücken gehen. Als wir zurückkehren, sind beide munter und freuen sich, uns zu sehen. Auf dem Weg nach Whangarei zum Boot besuchen wir unsere Farmer. Die Einladung, von Nicole und Alexander eine Nacht zu bleiben, nehmen wir gerne an. Todmüde fallen wir ins Bett und schlafen erst einmal eine Runde. Am nächsten Morgen, nach einem kräftigen Frühstück mit pochierten Eiern, Speck, Spinat und Toast, geht es dann endlich zum Boot.
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| Leigh, Neuseeland; Auf dem Weg nach Whangarei |
Es ist Sonntag und ich finde zum Glück den Schlüssel für das Marinator, sonst hätten wir in Norsand noch über den Zaun klettern müssen. Katinka Enjoy steht friedlich am Platz. Etwas dreckig, aber ansonsten so weit ok. Wir räumen erst mal alles ein. Ich versuche,
Starlink erneut zu aktivieren. Wie angekündigt hat Elon wieder die Tarife geändert. Keine Ahnung, ob ich mit dem ausgewählten Tarif „Reisen unbegrenzt“ den richtigen erwischt habe. Der Aktivierungsbutton war definitiv der falsche. Da gibt es nämlich mittlerweile zwei. Einen zum Tag, an dem dein monatliches Abo ausläuft, und der andere, der den Tarifwechsel sofort ausführt. Der Erstere ist voreingestellt. Wenn du dann auf „Weiter“ drückst, geht bis zum Tarifwechsel gar nichts mehr. Dafür erhöht Musk dieses Jahr schon zum dritten Mal die Preise. „Reisen unbegrenzt“ kostet jetzt 95 € im Monat. Danke für nichts, Elon!
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| Defektes Kühlschrankthermostat |
Nachdem wir unsere erste Nacht überstanden haben – unter der Decke war es kuschelig warm – erwartet uns der Morgen mit 12 °C im Salon. Die Zähne spielen das Lied der Eiskönigin „Lass jetzt los“ auf dem Rand der Kaffeetasse. Da hilft nur eins: Warm schaffe! Ich fange erst einmal mit etwas Leichtem an. Das Thermostat vom Kühlschrank muss getauscht werden. Leider gilt das
Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/1799 zur Förderung der Reparatur von Waren sowie zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Vorsorgeverfügungen in Neuseeland nicht. Nachdem ich das Thermostat am Kühlschrank gewechselt habe, erachte ich eine weltweite Einführung als erforderlich. Die Hersteller könnten aber auch einfach eine Schraube vorsehen, wo eine hingehört, und nicht irgendeinen Plastiknippel, der beim Anschauen schon abbricht. Egal, wie auch immer, nachdem der Kühlschrank einmal von mir zerlegt und anschließend wieder zusammengebaut ist, funktioniert er wieder und man kann ihn zum Abtauen auch wieder ausschalten.
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| Trinkwasserfilter auf der Katinka Enjoy |
Um mich nicht zu überfordern, schalte ich nochmals um eine Stufe zurück und wechsle als Nächstes den Filter für unsere Trinkwasserentnahme und den Anti-Kalk-Filter. Auch wenn ich mich unter dem Waschbecken ganz schön verdrehen muss, geht der Wechsel relativ problemlos vonstatten. Die
Rollreffanlage klemmt. Ich wickel die Genua von Hand ab und will sie anschließend herunterlassen. Leider klemmt der Swivel und ich bekomme das Segel nicht herunter. Nach einiger Zeit löst er sich von selbst und wir können das Segel bergen. Um das Problem mit der Rollreffanlage in den Griff zu bekommen, werde ich wohl professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Im Moment ist mir dazu noch nichts eingefallen.
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| Schiffsschraube voll mit Muschelkalk |
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| Schiffsschraube wieder blank |
Dafür habe ich die beiden Propeller wieder blank bekommen und bin auf der Suche nach einem wirksamen
Antifouling. Vielleicht kann mir da ja der ein oder andere Spezialist weiterhelfen. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.
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