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Segler auf dem Trockenen


Schloss Kapfenstein und die Riegesburg wurden jeweils auf einem Vulkanfelsen erbaut. Sie dienten als Grenz- und Landesfestungen und sicherten die Oststeiermark während der Türkenkriege. Außerdem wehrten sie zahlreiche Angriffe der Ungarn und Kuruzen ab. Durch ihre exponierte Lage sind das Schloss bzw. die Burg weit im Land sichtbar. Beide wurden nie eingenommen und sind gut erhalten. Das Schloss Kapfenstein dient heute als Hotel und Weingut, während die Riegesburg touristisch genutzt wird. Wenn man in der Region ist, sind sie auf jeden Fall einen Besuch wert.

Riegesburg, Südoststeiermark, Österreich

Am Besuch von Graz, der Landeshauptstadt, kommt man nicht vorbei. Die Stadt hat einen eigenen Flair und den Spagat zwischen Altertum und Moderne hervorragend gemeistert. Alte Bausubstanz ist sehr gut erhalten, neue in das Stadtbild integriert. Als Beispiel seien das Zeughaus im Stadtkern und die Murinsel erwähnt. Auf unserem Rückweg in die Obersteiermark statten wir der Stadt einen Besuch ab. Wie in jeder großen Stadt ist das Parken ein Problem. Man braucht ein bisschen Geduld und das nötige Glück, einen freien Parkplatz zu ergattern. Wir erwischen eine freie Parkbucht in Zentrumsnähe an der Mur. Die Höchstparkdauer beträgt hier drei Stunden und kostet acht Euro. Über die Herrengasse, die Flaniermeile von Graz, erreichen wir den Hauptplatz. Ungefähr in der Mitte befindet sich das Landeszeughaus, dessen Innenhof man sich unbedingt anschauen sollte. 

Landeszeughaus Graz, Österreich

Am nördlichen Ende des Hauptplatzes befindet sich die Sporgasse, eine Einkaufsstraße mit Boutiquen und Cafés. Die Sporgasse führt auch zur Hofgasse, an der die Hofbäckerei mit ihrer handgeschnitzten Holzfassade und den vergoldeten Doppeladlern liegt. Ebenfalls am nördlichen Ende des Hauptplatzes mündet die Sackstrasse. Auf ihr gelangt man zum Schlossbergplatz, von wo aus man einen Blick auf den Grazer Uhrturm werfen kann. Am Ende des Schlossbergplatzes befindet sich der Kriegssteig. Als Kind bin ich die 421 Stufen hinauf zum Uhrturm immer wieder gegangen. Zu dieser Zeit hieß er noch Russensteig, weil er zwischen 1912 und 1914 von Pionieren und Kriegsgefangenen gebaut wurde. Vom Schlossbergplatz zum Einstieg sind es 22 Stufen. Von dort zum Rosengarten 322 und weiter bis zum Uhrturm noch einmal 77 Stufen. Ich hab die 80 Höhenmeter damals unter 10 Minuten geschafft. Heute bevorzuge ich den Lift oder, wenn man die Sackstrasse weiterläuft, die Schlossbergbahn.

Schlossbergplatz Graz, Österreich

Überquert man am Schlossbergplatz die Sackstrasse und läuft zur Mur, erreicht man den Zugang zur Murinsel. Auf der anderen Seite der Mur ist die Mariahilferkirche mit dem Mariahilferplatz, auf dem wir als Kinder immer gespielt haben. Heute ist die Mariahilferstrasse vom Südtiroler Platz bis einschließlich zum Lendplatz die Heimat der Szenelokale. Einzig das Kunsthaus, zwischen der Kosakengasse und dem Südtiroler Platz, wirkt etwas deplatziert und irgendwie hineingequetscht. Eine gewisse Kaffeehausmentalität ist dem einen oder anderen gastronomischen Betrieb in dieser Gegend nicht abzusprechen. Probiert es einfach einmal aus.

Murinsel Graz, Österreich

Über Bruck an der Mur und Eisenerz geht es dann wieder in die Obersteiermark. Von hieraus brechen wir wieder einmal nach Deutschland auf. Angela und Franz, von der Nina, haben uns zu sich eingeladen. Wir haben die beiden in Neuseeland kennengelernt und sie verbringen, wie wir, den neuseeländischen Winter in Deutschland, in ihrer Heimat Niederbayern. Ein schöner Grillabend bildet die Grundlage. Es gibt viel zu erzählen und zum Glück dreht sich an diesem Abend nicht immer alles ums Segeln. Wenn Segler auf dem Trockenen sitzen, haben sie durchaus auch andere Themen, über die sie sich unterhalten können. 

Grillabend bei Angela und Franz

Die nahegelegene Donau hat zurzeit Niedrigwasser, was die Schifffahrt erheblich behindert. Wir machen eine Stadtbesichtigung in Vilshofen. Urkundlich wurde Vilshofen bereits im Jahre 776 erwähnt. Im Jahre 1206 wurde Vilshofen vom Grafen Heinrich I. von Ottenburg zur Stadt erhoben. Am 12. Mai 1794 zerstörte einer der vielen Brände fast die ganze Stadt. 

Stadtkern Vilshofen, Deutschland

1860 wurde die Bahnstrecke Regensburg – Passau eröffnet. Leider ist diese Strecke zurzeit sanierungsbedürftig, so dass wir auf unserem Weg nach Stuttgart mit einem Schienenersatzverkehr auskommen müssen. Nach 2,5 Stunden erreichen wir mit dem Bus Landshut. Von dort geht es über München und Ulm weiter nach Stuttgart. Nach überfüllten Zügen und feierndem Volk wird mir das Thema öffentlicher Verkehr immer leidiger und ich habe für mich entschieden, in Zukunft auf diese Form des Reisens vorläufig zu verzichten. Unseren Besuch in der Schweiz werden wir deshalb anders organisieren. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.

Kommentare

  1. Schön wenn ich daheim gewesen were dann hätte ich mit euch Graz besucht . Und in unserer Nähe gaebe es auch noch einiges zu erkunden . Lg

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