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Elfe-Läuten

Die ersten Tage in Deutschland sind hart. Gabys Bruder muss beerdigt werden, die lange Reise steckt uns noch in den Knochen und das ein oder andere gilt es zu erledigen. Wir gewöhnen uns nur langsam an den europäischen Rhythmus. Lediglich das Wetter kommt uns sehr entgegen. Sonnenschein und die Temperaturen liegen deutlich über 30°C. Ein Klima wie in der Südsee, mit dem wir uns bestens auskennen. Wir besuchen erste Freunde, sitzen gemütlich im Garten und tauschen die neuesten Neuigkeiten aus. Wobei das „Neueste“ relativ ist. Immerhin klafft da eine Lücke von gut zwei Jahren. Aber unsere Freunde wissen, was uns auf unseren weiten Reisen fehlt. Laugenbrezel und ein Weißbier stehen auf dem Tisch. Die Frage, ob ich vor dem Weißbier lieber einen Kaffee möchte, wurde nur rhetorisch gestellt und die Antwort gar nicht abgewartet. Die Weißwürste dürfen natürlich auch nicht fehlen und weder das Weißbier noch die Weißwürste haben das Elfe-Läuten gehört. Allerdings geht unser Treffen weit über 11.00 Uhr hinaus. Wir haben uns eben viel zu erzählen. Am späten Nachmittag treten wir dann endlich die Heimreise an. Einen ersten Vorgeschmack auf die Leistungsfähigkeit des deutschen öffentlichen Verkehrs erhalten wir, als wir vom Bus auf den Bahnsteig treten. Alle S-Bahnen zum Stuttgarter Hauptbahnhof fallen aus. Wir müssen einen Zug nehmen, der den Bahnhof oberirdisch anfährt, was für uns weite Wege über die Baustelle des Stuttgarter Bahnhofs bedeutet. Zu guter Letzt fällt auch noch der Bus aus und wir müssen eine halbe Stunde warten. Wir freuen uns schon, mit den Verkehrsmitteln des Nahverkehrs von Stuttgart nach Hamburg zu fahren. Das wird sicherlich ein Abenteuer. Wir sind gespannt darauf.

Wir treffen Freunde

Weniger erfreulich ist die Beerdigung von Walle. Mit 62 Jahren viel zu früh gegangen. Der Krebs hat ihn in einem rasenden Tempo besiegt. Walle hatte durch seine lebensfrohe Art viele Freunde. Dementsprechend finden sich viele Trauergäste ein und verabschieden sich von ihm. „Mach's gut, Kumpel!“ Die nächsten Tage sind mit Haushaltsauflösung verplant. Es bleibt von seinem irdischen Leben nicht mehr viel übrig, wenn man einmal das Zeitliche gesegnet hat. Man sollte nicht so viel darüber nachdenken.

Schloss Bruchsal, Deutschland

Um uns abzulenken, fahren wir nach Bruchsal und treffen Petra und Peter. Wir haben die zwei in Kolumbien getroffen und uns jetzt drei Jahre nicht mehr gesehen. Trotzdem haben wir den Kontakt aufrechterhalten und uns riesig gefreut, sie wiederzusehen. Die beiden haben das Segeln inzwischen an den Nagel gehängt und sind auf ein Wohnmobil umgestiegen. Auch hier gibt es viel zu erzählen. Wir schauen uns Bruchsal an und enden in einem schattigen Biergarten. Am späten Nachmittag treten wir die Heimreise an. Inzwischen haben wir uns an die Probleme des Nahverkehrs gewöhnt und meistern die Herausforderung souverän. Vielleicht hilft uns auch der Spruch, den wir auf Fidschi gelernt haben: „No hurry, no worry“.

Hotel Silber, Stuttgart, Deutschland

Am Sonntag besuche ich dann noch das Hauptquartier der Gestapo in Stuttgart. Das ehemalige Hotel Silber wurde mehr als ein halbes Jahrhundert von der Polizei genutzt. Unter anderem war es die Zentrale der Gestapo für Württemberg und Hohenzollern. Die Ausstellung ist sehr gelungen und vermittelt anschaulich die Arbeit der Polizei, insbesondere der Gestapo. Es gibt viel Interessantes zum Lesen. Durch einen Audioguide kann man sich das Wesentliche erklären lassen. Wer über die Strukturen und die Organisation der Gestapo mehr wissen will, ist hier genau richtig. Alles in allem geht eine intensive Woche zu Ende. Wir sind gespannt, was uns die nächste Woche bringt. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.


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