Unsere Zeit in Neuseeland
Ende November 2025 erreichten wir nach langer Seereise die Bay of Islands – unseren ersten Anlaufpunkt in Neuseeland. Die grüne, von unzähligen Buchten und Inseln durchzogene Landschaft empfing uns mit frischer Luft und sanftem Licht. Noch am selben Tag legten wir in Opua an, erledigten alle Einreiseformalitäten bei Zoll und Behörden, klarierten unser Schiff Katinka Enjoy ein und waren endlich offiziell im Land angekommen. Die ersten Tage verbrachten wir damit, die Umgebung zu erkunden, Vorräte aufzufüllen und zur Ruhe zu kommen – nach 1,5 Wochen auf dem offenen Pazifik war das geschützte Gewässer der Bay of Islands wie ein willkommenes Zuhause.
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| Bay of Islands, Neuseeland |
Nach einer Woche des Ankommens segelten wir weiter südwärts, die Küste entlang, bis wir Whangarei erreichten und in der Okara Marina festmachten. Hier fiel unser Entschluss: Wir wollten nicht nur vom Boot aus reisen, sondern auch das Landesinnere und die entlegenen Ecken Neuseelands erkunden – also kauften wir uns ein Auto. Es war ein großer Schritt, aber genau die richtige Entscheidung: Denn nun konnten wir mobil sein, unabhängig von Gezeiten und Wind, und beide Inseln ausführlich bereisen, während Katinka Enjoy sicher im Hafen blieb.
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| Ein Auto zum Reisen |
Unser erster großer Ausflug führte uns von Whangarei aus auf der Straße Richtung Süden – vorbei an grünen Hügeln, kleinen Ortschaften und weiten Weideflächen – nach Waiuku, Taupo, bis wir Wellington, die Hauptstadt am südlichen Ende der Nordinsel, erreichten. Dort nahmen wir die Fähre, die uns über die berühmte Cookstraße nach Picton auf die Südinsel brachte. Die Überfahrt war eindrucksvoll, vorbei an den steilen, bewaldeten Hängen der Marlborough Sounds – ein erster Vorgeschmack auf die Wildnis, die uns hier erwarten sollte.
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| Marlborough Sounds, Neuseeland |
Auf der Südinsel begann unsere große Rundreise: Von Picton aus fuhren wir nach Blenheim, bekannt für seine Weinanbaugebiete und die sonnige, trockene Landschaft. Weiter ging es südwärts nach Christchurch, die „Gartenstadt“ mit ihrem britischen Flair und den breiten Alleen. Die Fahrt führte uns weiter entlang der Ostküste über Oamaru, berühmt für seine viktorianische Architektur und die Pinguinkolonien, bis wir Dunedin erreichten – eine Stadt mit schottischen Wurzeln, umgeben von Hügeln und steilen Küstenabschnitten.
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| Christchurch, Neuseeland |
Unser Weg führte uns bis ganz in den Süden nach Bluff, dem südlichsten Punkt unserer Reise und Startpunkt für die Fahrt zum Milford Sound. Die Straße dorthin gehört zu den schönsten der Welt: vorbei an steilen Bergen, tiefen Seen, Wasserfällen und dichter Regenwaldvegetation. Der Milford Sound selbst, mit seinen senkrechten Felswänden und den unzähligen Wasserfällen, die aus der Höhe stürzen, war einer der beeindruckendsten Orte, die wir je gesehen haben.
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| Milford Sound, Neuseeland |
Auf dem Rückweg erreichten wir Queenstown, die Stadt der Reichen und Schönen, und fuhren durch die Region der Gletscher – Franz Josef und Fox Glacier –, wo wir hautnah erleben konnten, wie das ewige Eis bis nahe an die Regenwälder heranreicht. Der historische Ort Ross, an dem einst Gold geschürft wurde, beeindruckte uns sehr. Über Nelson ging es langsam zurück nach Norden, bis wir wieder in Picton ankamen und die Fähre zurück nach Wellington nahmen, um von dort aus wieder zurück nach Whangarei zu fahren. Diese Reise mit dem Auto war unvergesslich: Wir haben die Südinsel in ihrer ganzen Vielfalt gesehen – von der sonnigen Weinregion bis zur eisigen Bergwelt, von der Küste bis ins Landesinnere.
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| Ross, Neuseeland |
Zurück auf der Nordinsel fuhren wir mit dem Auto weiter zur Hawkes Bay. Es war ein wunderschöner Aufenthalt in einer der fruchtbarsten Regionen Neuseelands, mit weiten Obstplantagen, Weinbergen und sonnigem Klima. Wir verbrachten dort einige entspannte Wochen, erkundeten die Küste und das Hinterland, genossen die lokale Küche und die gastfreundliche Atmosphäre.
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| Napier, Neuseeland |
Anschließend ging es weiter nach Norden, nach Wellsford, eine kleine Ortschaft zwischen Whangarei und Auckland. Dort ergab sich für uns eine ganz besondere Erfahrung: Wir durften auf einer Farm leben und bei der Schafhaltung zusehen. Wir waren Teil des Farmlebens und genossen die Zeit. Die Seele unter freiem Himmel, inmitten der weiten grünen Weiden, baumeln lassen und Gespräche mit den Farmern führen, die uns herzlich aufnahmen. Es war eine Zeit voller neuer Eindrücke, rauem Wetter, aber auch großer Zufriedenheit. Wir lernten das Land und seine Menschen von einer ganz anderen Seite kennen – nicht als Touristen, sondern als Teil des Lebens hier draußen.
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| Landleben, Neuseeland |
Mitte April war die Zeit auf der Farm vorbei, und wir kehrten zurück nach Whangarei zu unserer Katinka Enjoy. Die Zeit des Reisens war wunderbar, aber nun stand eine wichtige Aufgabe an: Das Schiff muss für die Zeit unserer Abwesenheit vorbereitet, gewartet und aus dem Wasser gestellt werden. Am 1. Mai – ein Tag, den wir ausführlich im Blog beschrieben – war es dann so weit. Noch vor Sonnenaufgang, um 6 Uhr morgens, bei Regen und fast Windstille, machte ich alles klar. Ich verstaute alles, löste die Leinen und fuhr langsam aus der Okara Marina. Besondere Vorsicht war geboten, denn das Fahrwasser ist nicht vollständig ausgebaggert, Untiefen lauern am Rand – bei Dunkelheit und schlechter Sicht eine Herausforderung, aber ich kannte den Weg genau.
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| Whangarei, Neuseeland |
Ich steuerte nach Norsand, zur dortigen Slipanlage. Dort nahmen wir die Katinka Enjoy endgültig aus dem Wasser und verstauten sie sicher.
Sobald alles erledigt war, machte ich mich auf den Weg zurück nach Auckland, die größte Stadt Neuseelands und bekannt als die „Stadt der Segel“. Gaby wartete schon auf mich. Hier verbringen wir nun noch einige Tage – wir lassen die vergangenen sechs Monate Revue passieren, erledigen letzte organisatorische Dinge, verabschieden uns von Freunden und dem Land, das uns so viel gegeben hat.
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| Auckland, Neuseeland |
Von der Bay of Islands über die große Autoreise durch beide Inseln, die Farmzeit bei Wellsford bis zur Arbeit am Schiff – diese Zeit in Neuseeland war reicher, abwechslungsreicher und schöner, als wir es uns je erträumt hätten. Wir haben das Land nicht nur vom Wasser aus, sondern auch von der Straße und vom Land aus kennengelernt, haben die Natur erfahren, gelebt und viele unvergessliche Momente erlebt.
Jetzt bereiten wir uns auf die Rückreise nach Deutschland vor. Neuseeland bleibt als eines der schönsten und faszinierendsten Länder in unserer Erinnerung – und Katinka Enjoy wartet schon auf das nächste Abenteuer, wenn wir eines Tages zurückkehren. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.










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