Neuseeland, hier sind wir!
Am Abend des 22. November erreichen wir Neuseeland. Es ist schon dunkel und der Quarantänesteg in Opua ist nur schwach beleuchtet. Ich bin froh, dass ich schon letztes Jahr einmal hier war und mich an das ein oder andere Detail erinnern kann. Das hilft jetzt in der Dunkelheit ungemein. Wenn man auf den Trackern gesehen hat, wie viele Boote Richtung Neuseeland unterwegs sind, überrascht es ein wenig, dass es eine ganze Menge Platz hier gibt. Ich setze Gaby auf dem Steg ab und werfe ihr die Leinen zu. Das Anlegerbier darf natürlich nicht fehlen und unsere Gedanken lassen noch einmal die Überfahrt Revue passieren. In nur acht, statt den geplanten zehn Tagen haben wir die Passage geschafft. Von diesen acht Tagen hatten wir zwei Tage Flaute. Jetzt im Nachhinein sind wir froh, dass wir sie hatten, haben wir uns doch von den Anstrengungen ein wenig erholen können. Auf der anderen Seite hätten wir noch einen weiteren Tag herausgeholt und wären in nur sieben Tagen die 1100 Seemeilen gesegelt. Wir schauen nach vorne und fragen uns, ob die Offiziellen, die für das Einklarieren in Neuseeland zuständig sind, am Sonntag überhaupt arbeiten. Aber das werden wir dann morgen erfahren. Jetzt geht es erst einmal in die Koje.
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| Bay of Islands, Neuseeland |
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| Ankerplatz vor Paihia, Neuseeland |
Wir buchen spontan einen Platz in der Bay of Island Marina, um unsere allernötigsten Reparaturen durchführen zu können. Nach mehr als zwei Jahren kommst Du in ein Land, in dem dich keiner mehr mit großen Augen anschaut, wenn Du nach einem Ersatzteil fragst. Vielmehr wird nach Typ, Variante oder Bild gefragt, um dann anschließend im Lager zu verschwinden und nach fünf Minuten wieder zu erscheinen und das Ersatzteil auf den Tresen zu legen. Die großen Augen haben den Besitzer gewechselt. Ich bin begeistert. Auch in den Supermärkten gibt es wieder eine große Auswahl. Wir lernen Mareike von der Moana kennen. Mit über 30 Jahren Segelerfahrung hat sie sich einen Namen gemacht und ihre Erfahrungen in Büchern weitergegeben. Wir freuen uns, die Hamburgerin einmal persönlich kennengelernt zu haben. Nach drei Tagen verlassen wir die Marina und versetzen nach Paihia, nur fünf Meilen von Opua entfernt.
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| Waitangi-Trek, Neuseeland |
Von hier starten wir unsere erste Wanderung in Neuseeland. Von Waitangi geht es zu den Wasserfällen von Haruru. Der Waitangi-Treck führt entlang des Hutia Creek fünf Kilometer ins Landesinnere nach Haruru. Durch Wald, in dem sich auch der seltene Kiwi aufhält, geht es unter anderem auch über Brücken, durch die Mangroven, bis zu den Wasserfällen nach Haruru.
Die Wasserfälle fallen über eine hufeisenförmige Felskante in ein breites Becken. Wir erreichen die Fälle noch, bevor eine Horde Kreuzfahrer das Terrain unsicher macht. Nachdem wir den Anblick ein wenig genossen hatten, war uns dieser Aufmarsch zu heftig, sodass wir uns auf den Rückweg machten. Der Weg ist gut präpariert und einfach zu laufen, aber für unsere Seemannsbeine viel zu lang. Den letzten Kilometer quälen wir uns über den Waldboden. Trotz alldem müssen wir von Waitangi noch zurück nach Paihia. Wenn Gaby nichts mehr sagt, weiß ich, dass sie am Limit ist. Umso mehr freut uns das Schild „Happy Hour from 3 pm to 5 pm“. Wir lassen uns auf einem Sitz nieder und gleichen unseren Flüssigkeitshaushalt aus. Anschließend gibt es noch etwas zu essen und Gaby fängt wieder an zu reden. Das wird morgen bestimmt Muskelkater geben. Aber egal, es war eine wunderschöne Wanderung. Wir haben zwar keinen Kiwi gesehen, dafür einen Papagei.
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| Papagei auf dem Waitangi-Treck |
Für nächste Woche ist die Fahrt nach Whangarei geplant. Hier wollen wir unsere Katinka Enjoy in einer Marina lassen und Neuseeland per Land erkunden. Bis zum nächsten Mal wünschen wir allen Seglern immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.







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