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Wenn man in der Hawkes Bay gekidnappt wird

Wir sind jetzt schon eine Woche in der Hawkes-Bay-Region . Zeit, ein bisschen über die Region zu erzählen. Die Hawke Bay liegt im Osten der Nordinsel Neuseelands und hat eine Ausdehnung von 100 Kilometern. Sie reicht von Mahia Peninsula im Nordosten bis nach Cape Kidnappers im Südwesten. Cape Kidnappers hat seinen Namen durch seinen Entdecker James Cook erhalten. 1769 wollten Maori einen tahitischen Jungen, der auf der Endeavour mitfuhr, in einem Kanu entführen. Cooks Mannschaft schoss und tötete einige Māori, sodass der Junge ins Wasser springen und zum Schiff zurückschwimmen konnte. Heute ist die Region einigermaßen friedlich, obwohl man Schuhe immer noch nicht draußen stehen lassen kann. Aber das Kidnappen von Schuhen ist das einzige, was aus der damaligen Zeit geblieben ist, und zumindest wir erschießen deshalb keine Menschen. Auf dem Kap finden wir auch unsere Freunde, die Tölpel , wieder. Mit rund 8000 Paaren ist sie die größte vom Land aus zugängliche Tölpelkolonie der Welt. ...

Happy Birthday

Erfroren sind wir noch nicht, aber beinah. Wie schon vermutet werden die Nächte, nach unserer Rückkehr von Akamaru, sehr unruhig. In der ersten Nacht finden wir noch unseren Schlaf, doch dann ist es damit vorbei. Ein kräftiges Hoch, südlich der Gambier Inseln, blockt die aus Westen kommenden Tiefs. Mit 1040hPa zu 965hPa kommt richtig Wind auf. Leider kommt er zu weit aus dem Süden, so dass er kalt ist. Außerdem ist das Riff nach Süden offen und somit steht ein unangenehmer Schwell im Ankerfeld. Böen mit 36 Knoten zerren ganz schön an der Ankerkette. 

Wir auf Akamaru

Jetzt sind wir ja schon vier Jahre unterwegs und haben doch manche Böe im Ankerfeld erlebt, ja auch hier auf den Gambier Inseln ist es nicht anders als im Mittelmeer, aber wir liegen hier auf Legerwall, was immer ein ungutes Gefühl ist. Durch ein inneres Riff noch weitestgehend geschützt, sieht man in der Lagune die Schaumkronen auf der Welle. Dummerweise steht das Hoch stabil und bewegt sich nicht vom Fleck. So haben wir dieses Wetter jetzt schon die ganze Woche. Ausgerechnet in dieser Woche hat Gaby Geburtstag. Gerne hätte ich was mit ihr unternommen, aber das einzige, was wir an diesem Tag gemacht haben, war Ankerwatch. Das ist das, was wir schon die ganze Woche machen. Mit dem Dinghy setze ich Gaby an Land, damit sie wenigsten ihre Glückwünsche per Internet in Empfang nehmen kann. Eine ziemlich nasse Angelegenheit bei dem Wellengang. Aber was tut man nicht alles für seine Herz aller Liebste. Mit dem Satz hab ich mir wieder ein paar Pluspunkte gesichert. Nicht dass ich es nötig hätte, trotzdem ist es immer gut, wenn man welche hat. Am Nachmittag kommt Christer von der Hathor noch vorbei und wir singen alle gemeinsam Happy Birthday. Auch die Tage danach, machen immer nur einen kurzen Aufenthalt an Land möglich. Was immer wieder eine sehr nasse Angelegenheit ist. Am Sonntag wollen wir eigentlich den Geburtstag von Valerie, Gaby und mir in Taravai feiern. Sollte das Wetter so bleiben, wird wahrscheinlich nichts daraus. Leider melden die täglichen Wetterupdates, die ich über Iridium herunterlade, keine wesentliche Veränderung, aber wir geben die Hoffnung nicht auf. Valerie wäre sicherlich enttäuscht wenn wir nicht kommen würden, schließlich sind Christer und wir zur Zeit die einzigen Segler. Letzten Montag kam dann noch eine spanische Yacht an. Sie bereiten sich auf Patagonien vor und haben vom Versorgungsschiff, das am Dienstag Abend angekommen ist, Diesel gebunkert. Vermutlich werden sie vor dem Wochenende los segeln. Und an Gabys Geburtstag kam dann eine Dreimast Brig an. Die Picton Castle kommt aus Neuseeland. Sie ist 37 Meter lang und 8 Meter breit. Der Tiefgang ist sage und schreibe 4,3 Meter. Ein richtiges Piratenschiff. Das kommt mit dem Tiefgang nicht nach Taravai hinein und außerhalb wird es bei dem Wind ziemlich ungemütlich. Auf jeden Fall, ist sie schön anzusehen, auch wenn sie den Anschein hat, in die Jahre gekommen zu sein.

Beim Arbeiten

Ein Gutes hat es natürlich, dass wir im Moment nicht soviel unternehmen können. Mein, vor sechs Wochen, ausgekugelter Arm bekommt die beste Pflege, und es geht langsam wieder aufwärts. Ich mache jeden Tag meine Übungen und so kommt nach und nach wieder Kraft in den Arm. Außerdem haben wir Zeit fürs Boot. Christer hat meine Spleißarbeiten gesehen und fragt mich ob ich ihm auch einen machen kann. Klar, warum nicht. Sein Großfall war gerissen, ähnlich wie bei uns. Wir fahren zu ihm rüber und trinken erst mal einen Kaffee. Die Schweden hätten den besten Kaffee auf der Welt, behauptet er, und Christer ist ein Typ, dem muss man einfach glauben was er sagt. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass der Kaffee wirklich nicht schlecht schmeckt. Anschließend spleiße ich ihm ein Auge in sein Großfall. Jetzt muss es nur noch durch den Mast gezogen werden. Da er keine Sorgleine im Mast hat, muss wohl irgendjemand in den Mast. Leider ist Christer nicht schwindelfrei. Irgendwas ist ja immer. Mein Arm ist aber noch nicht soweit, also muss Christer noch ein wenig warten. Alleine fädelt sich das Fall bestimmt nicht ein. In der Zwischenzeit trainiere ich meinen Arm weiter. Ob wir es am Wochenende nach Taravai geschafft haben und wir dort unsere Geburtstage feiern konnten, erzählen wir euch nächste Woche. Bis dahin wünschen wir euch, wie immer, eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.

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