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Wenn man in der Hawkes Bay gekidnappt wird

Wir sind jetzt schon eine Woche in der Hawkes-Bay-Region . Zeit, ein bisschen über die Region zu erzählen. Die Hawke Bay liegt im Osten der Nordinsel Neuseelands und hat eine Ausdehnung von 100 Kilometern. Sie reicht von Mahia Peninsula im Nordosten bis nach Cape Kidnappers im Südwesten. Cape Kidnappers hat seinen Namen durch seinen Entdecker James Cook erhalten. 1769 wollten Maori einen tahitischen Jungen, der auf der Endeavour mitfuhr, in einem Kanu entführen. Cooks Mannschaft schoss und tötete einige Māori, sodass der Junge ins Wasser springen und zum Schiff zurückschwimmen konnte. Heute ist die Region einigermaßen friedlich, obwohl man Schuhe immer noch nicht draußen stehen lassen kann. Aber das Kidnappen von Schuhen ist das einzige, was aus der damaligen Zeit geblieben ist, und zumindest wir erschießen deshalb keine Menschen. Auf dem Kap finden wir auch unsere Freunde, die Tölpel , wieder. Mit rund 8000 Paaren ist sie die größte vom Land aus zugängliche Tölpelkolonie der Welt. ...

Drum prüfe wer sich ewig bindet

Es ist schon dunkel als wir von Grenada kommend am Fähranleger in der Tyrell Bay, auf Carriacou anlegen. Erfolgreich kann man den Ausflug nicht nennen, immerhin halten wir jetzt den Hydraulikkühler, aus England, in unseren Händen. Von den Schrauben weit und breit keine Spur und auch der Erhalt des Coppercoats steht in den Sternen. Müde und ein bisschen enttäuscht schleppen wir uns in unser Stammrestaurant und essen noch eine Kleinigkeit, bevor es wieder aufs Boot geht. 

Nachtfahrt nach Carriacou

Wie üblich wird am Boot während unserer Abwesenheit nicht gearbeitet. Nur böse Zungen behaupten, dass dies eine Taktik der Marina ist um noch ein paar Tage Liegeplatzgebühren herauszuschinden. Tatsächlich kommt die Arbeit am nächsten Tag ins Laufen. Zunächst steht der Eine dem Anderen im Weg, doch schließlich finden sie eine Lösung und am Ende der Woche ist zumindest das Unterwasserschiff soweit, dass es mit Coppercoat gestrichen werden kann. Wenn wir dann das Antifouling schon hätten. Zwei bis drei Wochen dauert es und ich habe mich noch einmal telefonisch versichert, ob das Coppercoat auch bestellt wurde. Streichen können wir sowieso erst wenn das Überwasserschiff fertig ist. Das kann weiterhin dauern, da die Motivation unseres Lackierers gegen Null geht. Drum prüfe wer sich ewig bindet, heißt es an anderer Stelle, was aber durchaus auch auf andere Lebenssituationen anwendbar ist. Ich spreche ein ernstes Wort mit Mr. Gold’n, unserem Lackierer. Er ist ein netter Kerl, sehr kommunikativ und das was er an Arbeit auf anderen Booten abgeliefert hat, lässt sich durchaus sehen. Durch seine offene Art ist er leider für Ablenkungen sehr empfänglich, was die Arbeit immer wieder ins Stocken bringt. Bisher belaufen sich die Mehrkosten auf rund 800$ und es ist abzusehen, dass es noch mehr werden wird.

Baustelle Katinka

Unterdessen bauen uns unsere liebgewonnen Freunde moralisch wieder auf. Die MariaNoa läuft in die Tyrell Bay ein und wir verbringen einen wunderschönen Nachmittag an Bord. Es gibt viel zu erzählen, schließlich haben wir uns seit den Kanaren im Juli 2021 nicht mehr gesehen. Umso schöner ist es, wenn man sich auf dieser Reise immer wieder trifft und die verschiedenen Eindrücke austauschen kann. Dabei wird uns bewusst was man, in der relativ kurzen Zeit, alles erlebt hat. Die Erinnerungen zurückrufen, das Erlebte noch einmal erleben, die bisherige Reise noch einmal Revue passieren zu lassen, hat eine psychisch interessante Komponente. Die positiven Erinnerungen überwiegen und lässt das Erlebte deutlich besser verarbeiten. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen, das nächste Mal auf unserem schwimmenden Zuhause. Auch die Lifestyle kümmert sich weiter um uns und unterstützt uns mit Rat und Tat. Am Dienstag ist Einkaufstag. Wir fahren gemeinsam mit dem Sammeltaxi, für etwas über einen Euro, nach Hillsborough. Der Ort schlängelt sich am Ufer entlang und hat die typischen karibisch bunt bemalten Häuser. 

Hillsborough Main Street

Im Kayak Kafé machen wir eine Pause, um unseren Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Dabei fällt mir auf, dass dieser bei Männern, anatomisch bedingt, deutlich höher ausfällt als bei Frauen. Durch die größere Hautfläche transpiriert Unmengen mehr an Flüssigkeit, die bei Männern nur schwer wieder auszugleichen ist. Bei dem Experiment im Kayak Kafé, ich nenne es KK-Studie, versuchen Michael und ich unseren, oben erwähnten, Flüssigkeitsverlust mit fünf Flaschen auszugleichen. Während die beiden Damen es mit zwei Gläsern schaffen, liegen wir Männer immer noch am unteren Level. Zeitlich bedingt, mit leichtem Druck der ausgeglichenen Partei, müssen wir leider das Experiment abbrechen. Insofern kann diese Studie nicht zu wissenschaftlichen Zwecken herangezogen werden. Wir werden aber diese, durchaus interessante Studie, fortsetzen und auch ausdehnen um möglicherweise ethnische Unterschiede beim Flüssigkeitshaushalt mit einbeziehen zu können. Michael, der hier auf der Insel Gott und die Welt kennt, wird die Gruppen zusammenstellen. Da zähl ich einfach auf ihn. Bis es soweit ist bauen wir an unserem Boot weiter und bringen es Schritt für Schritt wieder in den Zustand, um es zu Wasser lassen zu können. Lasst euch, wie wir, nicht unterkriegen und abonniert den Kanal. Wir freuen uns euch auch nächste Woche wieder zu unserer Leserschaft zählen zu können und wünschen euch immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.

Ankerbucht vor Carriacou


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