Schwarzer Sand

Der Strand unweit der Marina La Palma de Santa Cruz ist schwarz. Der Strand von Tazacorte auf der Westseite der Insel ist ebenfalls schwarz. Das ist ein bisschen ungewohnt, wenn man in seinem Leben nur weisse Strände gesehen hat, man gewöhnt sich allerdings schnell daran und bis auf die Farbe ist kein weiterer Unterschied zu entdecken. 

Vulkanlandschaft La Palma, Kanarische Inseln

Das ändert sich jedoch wenn man die im Süden liegende Vulkanlandschaft erwandert. Der schwarze Vulkansand bietet einen extremen Kontrast zu allem was hier wächst. Neben dem schwarzen ist das vor allem grün. An der Küste entlang findet man Kilometer weit Bananenplantagen mit ihrem grünen Blattwerk. Wir fahren mit dem Bus von Santa Cruz nach Los Canarios Fuencaliente, steigen hinten aus um vorne wieder einzusteigen, und fahren unter anderer Linie weiter bis an die südlichste Spitze von La Palma, an der sich zwei Leuchttürme befinden. 

Faro de Fuencaliente La Palma, Kanarische Inseln

Neben den Bananenplantagen, wird hier Weinbau betrieben, doch was die Gegend vor allem charakterisiert ist die Vulkanlandschaft, mit ihren braun-schwarzen bis tiefschwarzen Böden. Als wir aus dem Bus aussteigen bläst uns ein heftiger Wind um die Ohren und feine Regentropfen piksen im Gesicht. Vor uns liegen die Salinas de Fuencaliente. Auf einer Fläche von 35000qm wird hier, seit 1967, in dritter Familiengeneration, Salz gewonnen. 1971 wäre damit schon beinahe wieder Schluss gewesen, als der Vulkan Teneguia, ausbrach und ein Lavastrom nur 200m vor den Salinen zu stoppen kam. Wir sind neugierig und machen uns auf den Weg zurück nach Los Canarios, vorbei an den Vulkanen Teneguia und San Antonio. Zugegeben wäre es von Los Canarios besser gewesen Richtung Faro de Fuencaliente zu laufen, da der Weg meist bergab geht, aber den Berg hinunter laufen kann ja jeder. Tatsächlich waren wir auf dem Weg die einzigen die von unten nach oben laufen, ich tue so als ob ich es nicht bemerke, werde aber selbstverständlich, bei jedem entgegen kommenden Wanderer darauf hingewiesen, dass wir in der verkehrten Richtung unterwegs sind. Erst als gegen Ende der Wanderung, die Schnappatmung einsetzt, verstummen die Kommentare. 

Wanderweg Vulcano Fuencaliente, Kanarische Inseln

Die Landschaft ist gigantisch, die Anstiege, bis auf einen im unteren Bereich und die letzten 1,9km, nicht allzu steil. Wir laufen auf einem gut ausgebauten Wanderweg, mitten durch den Lavastrom auf schwarzem Sand. Sukkulenten bedecken den schwarzen Boden. Wie grüne Edelsteine blinken sie in der Sonne. Da wo die Lava entlang floss und schliesslich erstarrte, entstanden bizarre Gebilde und es sieht aus wie auf dem Mond. Neben dem Teneguia befindet sich noch ein kleiner Krater und die Kegelwand des San Antonio ragt mächtig vor uns auf. Insgesamt ist die Wanderung 6,7km lang, wobei es die letzten 1,9km bis nach Los Canarios hinauf, in sich haben. An dieser Stelle bewährt sich, die schon vielfach erprobte Methode und in Corona Zeiten wieder sehr modern, nämlich „Social distance“, um den Verbalattacken einfach auszuweichen. Trotz verhältnismässig kühlem Wetter – mal gerade 16°C – kommen wir auf dem letzten Stück, ganz schön ins Schwitzen, so dass der Flüssigkeitshaushalt in der Bar Parada, dringend ausgeglichen werden muss. Von hier sind es noch fünf Minuten bis zur Bushaltestelle. Der Bus fährt alle Stunde und wir lassen den ersten absichtlich sausen. Zurück in der Marina, ist erst einmal eine Dusche angesagt, die wieder neue Lebensgeister in uns weckt.

Vulcano Fuencaliente, Kanarische Inseln

Die Avenida del Puente führt von der Strandpromenade Santa Cruz, hinauf zum Stadion. Kurz davor geht es eine Treppe hinauf die zum Wanderweg „Ruta de los Molinos“ führt. An der Felswand entlang führt der Weg durch dichte Kakteenhaine. Der Ausblick aufs Meer und die Stadt Santa Cruz ist fantastisch und der Weg nicht all zu weit. Man kann die Wanderung aber beliebig ausdehnen und bis zur kleinen Kirche „Real Santuario de Nuestra Senora de Las Nieves“ (ich liebe diese langen Namen) laufen. Wir heben uns das für nächstes Jahr auf. 

Kakteenhain Santa Cruz, Kanarische Inseln

Jetzt geht es erst einmal nach Deutschland zurück, da Gaby einen neuen Reisepass braucht. Man kann hier auf La Palma auch den Generalkonsul bemühen, kostet aber, bis der Pass dann da ist, so viel wie ein Heimflug und weil eben Weihnachten ist, schauen wir uns mal an wie in Deutschland Lockdown geht. Damit mir nicht langweilig wird versorge ich euch auch weiterhin wöchentlich mit unserem Blog und hoffe, dass ihr alle derweilen gesund bleibt. Wir bedanken uns bei allen Lesern für die Treue, die Kommentare und Likes und hoffen, dass ihr auch im Neuen Jahr wieder bei uns rein schaut. Wir wünschen allen ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr von der Segelyacht Katinka. In diesem Sinne, wie immer, eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.

Santa Cruz, Kanarische Inseln


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