Auf den Balearen angekommen

Menorca ist die erste Insel die wir besuchen. In der Cala de la Olla finden wir eine geschützte Bucht und wir werfen den Anker auf acht Meter in den Sand. Wir haben uns also tatsächlich, nach drei Jahren, aus Italien verabschiedet und sind in Spanien angekommen. Genau zu dem Zeitpunkt, zu dem Corona hier in Spanien wieder ein grösseres Thema zu werden scheint. Unser Timing hat einfach noch Verbesserungspotenzial. 

Was uns überrascht ist, dass trotz der massiven Anstiege der Fallzahlen in dem Land, kaum einer die vorgeschrieben Masken trägt, geschweige den Sicherheitsabstand von 1,5m einhält. Die Boote sind bis unter die Persenning voll und es wird Party gefeiert. Mit Taucherbrille und Schnorchel bewaffnet spring ich in das kristallklare Wasser und mache mal eine Ankerkontrolle. 26°C Wassertemperatur sind ideal geeignet sich den Anker aus der Nähe anzuschauen. Alles was temperaturmässig darunter liegt schau ich mir auf dem Plotter an. Auf dem Weg zum Anker fällt mir der Fischreichtum auf, dass Poseidon Grass scheint hier intakt zu sein, so dass die Fische hier auch den nötigen Schutz finden. Ich dehne die Ankerkontrolle ein wenig aus und tauche an der Riffkante entlang. Auch hier zahlreiche Fische von gross bis klein, wobei die kleinsten am frechsten sind und sich bis auf 20cm an die Maske nähern. Ich greife nach einem und Schwups war er weg. Der Tag war zum Ausspannen reserviert, immerhin waren wir zwei Nächte unterwegs, in denen es nicht viel Schlaf gab. Morgen ist Wind von Nordwest mit 15 Knoten vorhergesagt, der uns in die Bucht Cala de Trebaluger, ebenfalls im Süden von Menorca, bringen soll. Mit knapp 17 Seemeilen ein Spaziergang. Wir verlassen die Bucht unter Segel bei 15 Knoten Wind das Gross und die Genua voll gesetzt. Draussen sind es dann schon 18 Knoten und wir setzen das 1.Reff. Der Wind nimmt weiter zu und bei 24 Knoten ist das 2. Reff fällig. Wir rollen die Genua zur Hälfte ein. Die Südküste Menorcas besteht überwiegend aus Steilküste, in die sich zum Teil Tiefe Buchten einschneiden. Aus diesen Buchten bläst es mit 28 Knoten und wir erreichen die total überfüllte Cala de Trebaluger nach nicht einmal 2,5 Stunden. 



Der Wind lässt ein wenig nach und ich entdecke eine noch freie Stelle, an der wir 38m Kette legen können. Schon auf dem Weg hierher stellen wir einen deutlich höheren Schiffsverkehr als in Italien fest. In den Buchten herrscht Ferienmodus, d.h. hier wird sich hin geklatscht wo es nur geht, oder auch nicht geht. Dabei wird ein Platz in Strandnähe bevorzugt, egal ob die Bucht voll ist, oder das Gefährt 54 Fuss hat, ob Katamaran oder Mono, man drückt sich irgendwie durch das Ankerfeld, wirft den Anker und erst wenn man sich mit seinem Nachbarn nach längerer Diskussion nicht einig wird, geht man wieder Anker auf und verlässt uneinsichtig die Bucht, oder wirft den Anker beleidigt etwas weiter ausserhalb. Dass da so mancher Charterskipper etwas überfordert ist, kann man sich sicherlich vorstellen. Auf jeden Fall hat das ganze Unterhaltungswert und so beschliessen wir noch einen Tag länger zu bleiben.



 Schilfbinsen schlagen mir ins Gesicht und der Fluss, der an der Mündung in die Cala Trebaluger, ohnehin nicht sehr breit ist, wird enger und enger. Ich habe Gaby überredet einmal den Fluss hinaufzufahren. Das kurze Stück Sandstrand überwinden wir in dem wir unser Dinghi, mit allen Kräften die wir haben, über die Bake ziehen. Im Brackwasser angelangt ist der Fluss nicht gerade tief und ich muss das Boot gute 100 Meter flussaufwärtsziehen. In dem seichten Wasser flitzen kleine Fische aus dem Sand in alle Richtungen. Gaby hat immer einen Höllenrespekt vor dem Geviech und ist froh sich ins Boot setzen zu können. Der Fluss wird tiefer und ich springe ins Boot um den Aussenborder anzuschmeissen. Langsam folgen wir dem Flusslauf und in nur kurzer Zeit ist man weit weg von dem Trubel der in der Cala, von den kommenden und gehenden Booten, herrscht. Doch jetzt stecken wir fest, die Binsen stechen auf der Haut und wir müssen umkehren. Gerne wäre ich noch ein Stück weiter gefahren, aber das geht leider nicht. Mit etwas Mühe drehen wir das Boot und machen uns auf den Rückweg. Vor uns ein springender Fisch und dann kommen wir auch schon wieder an die seichte Stelle des Flusses die das nahe Meer ankündigt. Die letzten Meter geht Gaby am Ufer entlang, während ich durch den Fluss wate. Schnell ist das Boot wieder ins Meer gebracht. Wir bereiten uns vor, morgen die 40 Seemeilen nach Mallorca in Angriff zu nehmen. 

Wir wollen zunächst nach Port de Pollenca, unseren Proviant auffrischen, um dann die Ostküste Mallorcas hinunter zu segeln. Was wir in Pollenca erleben und wie uns die Ostküste gefällt, erfahrt ihr im nächsten Blog. Bis dahin wie immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.

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