Auch ein Segelboot brauch ein Ruder

Es kribbelt schon lange und was man so hört soll Ponza eine wunderschöne Insel sein. 68 nautische Meilen von uns entfernt, doch leider für uns im Moment unerreichbar.


Das Problem ist unsere Ruderanlage. Die beiden Hydraulikzylinder waren etwas undicht und ich hatte einen Dichtsatz bestellt, der das Heraussiffen des Hydrauliköls verhindern sollte. Leider ließen sich die Zylinder nicht öffnen weil so ein super Konstrukteur rostfreien Stahl mit Aluminium verbunden hat. Selbst mit 2,5 Tonnen Presskraft ließen sich die Zylinder nicht öffnen. Da soll noch mal einer sagen Stahl auf Aluminium kann man nicht schweißen. Ich habe dann die Gewindestangen auseinander gesägt und siehe da, jetzt kommen wir an die Dichtungen ran. Leider benötige ich jetzt erst einmal neue Gewindestangen und in die Endkappen muss ein neues Gewinde geschnitten werden. Ja und das dauert.





In der Zwischenzeit haben wir das Chaos mit unseren Freunden von DHL. Die Firma wächst mir so richtig ans Herz. Ich frage mich nur wie so ein inkompetenter Haufen sich auf dem Markt überhaupt halten kann. Aber das liegt wohl daran, dass man die Verluste dieser Unzulänglichkeiten bei den Gehältern der Mitarbeiter wieder einspart. Liebe DHL, auf Dauer wird das nichts, irgendwann ist dann einfach auch mal fertig.
Ein Paket aus Deutschland konnte von DHL wieder einmal nicht zugestellt werden. Nachfragen liefen ins Leere oder wurden nur mit Standardemails beantwortet, eine lösungsorientierte Vorgehensweise bei weitem nicht zu erkennen. Auch Telefonnummern, die man bei der Erteilung des Beförderungsauftrags hinterlässt, werden von DHL wohl aus Prinzip, nicht genutzt. Das Paket ging zurück nach Deutschland. Dafür zahlt man dann extra. Man kann das Paket auch versteigern lassen um Kosten zu sparen, geiles Geschäftsmodel liebe DHL. Jetzt kann es ja sein, dass der Absender einen Fehler gemacht hat, also noch einmal das ganze Spielchen. Adresse noch einmal spezifiziert, Google Anfahrtsliste hinzu, und ganz wichtig, italienische Telefonnummer angegeben. Auszug aus der Sendeverfolgung:
Di,03.03.2020 09:54 – Die Sendung wird im Zustell-Depot für die Zustellung vorbereitet.
Di,03.03.2020 10:33 – Der Empfänger wurde nicht angetroffen. Es erfolgt ein weiterer Zustellversuch.
Jetzt muss man wissen, dass das Depot im Norden von Rom liegt, wir sind, als Empfänger 30 km von diesem Depot entfernt. Der Fahrer muss quer durch Rom nach Westen. Selbst wenn der Fahrer sofort nach dem Scan im Depot losgefahren wäre, hätte er die Empfängerstelle, in knapp 40 Minuten nicht erreichen können. Also alles Fake. Was DHL damit bezwecken will entzieht sich leider meinen Kenntnissen, auch eine Stellungnahme ist nach mehreren Telefonaten leider nicht zu bekommen. Es ist ja bald Ostern und vielleicht möchte DHL wichteln oder es steht eine grössere Versteigerung an und braucht noch ein paar Pakete.

Also warten wir weiter auf unsere Teile und vertreiben uns die Zeit mit putzen, Wartungsarbeiten und wieder putzen. Das Dinghy haben wir jetzt schon zweimal sauber gemacht und die Luft überprüft. Diese Woche hab ich dann ein Video ins Netz gestellt, was sehr viel Spaß gemacht hat. Außerdem haben wir im Moment ein Überangebot an Datenvolumen. Vodafone, mittlerweile nur noch mein zweitbester Freund, bietet zur Zeit 50GByt für 5€ an. Der Haken dabei, gilt nur für eine Woche. Also schauen wir mal alles, was die deutschen Mediatheken für uns Auslandsdeutschen so freigegeben hat. Man glaubt es kaum aber selbst 50GByt können wir in einer Woche verbraten. Während ich den Blog schreibe hat sich beim Päckchen etwas getan. Laut Internet ist es bei der Post zur Abholung hinterlegt worden. Carlo die gute Seele hilft beim Übersetzen und fuhr mit Gaby zur Post. Dicke Eisengitter riegeln den Komplex ab, im Schalterraum sitzen die Angestellten hinter dickem Panzerglas. Nur ein kleiner Schlitz am Tresen lässt die Verbindung nach innen zu. Nachdem Gaby sich mit Pass ausgewiesen hatte stand das Paket parat, Konnte aber nicht ausgehändigt werden, da die Ausgabe erst für morgen vorgesehen ist. Nein, das ist kein Scherz! Das ist harte Realität, jetzt ist auch klar warum die Postangestellten hinter Panzerglas sitzen. Gaby kam unverrichteter Dinge zurück und wird morgen noch mal bei der Post ihr Glück versuchen. Offensichtlich haben die ganzen Einsprüche, Telefonate und Emails zumindest eins bewirkt, dass das Paket zumindest abgeholt werden kann. Danke liebe DHL für diese phänomenale Dienstleistung das Wörtchen Service möchte ich in diesem Zusammenhang wohl aus verständlichen Gründen, nicht verwenden. Jetzt können wir uns voll auf die Ruder konzentrieren und hoffen, dass wir möglichst schnell die Hydraulikanlage wieder in Betrieb bekommen. Die kleine Insel Ponza wartet auf uns und Capri kann ich auch schon rufen hören. Im Moment hat die Segelsaison noch nicht begonnen, was in den Buchten noch sehr viel Platz verspricht. Das wollen wir natürlich ausnutzen und auch die Marinagebühren sind für unseren Katamaran jetzt zu dieser Zeit noch nicht all zu hoch, so dass wir auch einmal bequem, für ein oder zwei Nächte, eine Marina aufsuchen können. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden und wünschen wie immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.



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