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Wenn man in der Hawkes Bay gekidnappt wird

Wir sind jetzt schon eine Woche in der Hawkes-Bay-Region . Zeit, ein bisschen über die Region zu erzählen. Die Hawke Bay liegt im Osten der Nordinsel Neuseelands und hat eine Ausdehnung von 100 Kilometern. Sie reicht von Mahia Peninsula im Nordosten bis nach Cape Kidnappers im Südwesten. Cape Kidnappers hat seinen Namen durch seinen Entdecker James Cook erhalten. 1769 wollten Maori einen tahitischen Jungen, der auf der Endeavour mitfuhr, in einem Kanu entführen. Cooks Mannschaft schoss und tötete einige Māori, sodass der Junge ins Wasser springen und zum Schiff zurückschwimmen konnte. Heute ist die Region einigermaßen friedlich, obwohl man Schuhe immer noch nicht draußen stehen lassen kann. Aber das Kidnappen von Schuhen ist das einzige, was aus der damaligen Zeit geblieben ist, und zumindest wir erschießen deshalb keine Menschen. Auf dem Kap finden wir auch unsere Freunde, die Tölpel , wieder. Mit rund 8000 Paaren ist sie die größte vom Land aus zugängliche Tölpelkolonie der Welt. ...

Papeete, Wasser, das entspringt

Papeete liegt auf der Insel Tahiti, die zu den Gesellschaftsinseln gehört. Mit ihren knapp 27.000 Einwohnern ist sie nur die drittgrößte Stadt Französisch-Polynesiens. Allerdings erstreckt sich der Ballungsraum Papeete über die Gemeinden Arue, Pirae und Mahuna im Osten sowie Faaa, Punaauia und Paea im Westen und konzentriert etwa 130.000 Einwohner auf einen ca. 60 Kilometer langen Küstenstreifen. Der Missionar William Crook siedelte sich als erster Europäer im Gebiet des heutigen Papeete an. Die tahitianische Königin Pomaré IV. ließ sich daraufhin ebenfalls dort nieder und erhob Papeete 1830 zur Hauptstadt. Auch die Kolonisierung durch die Franzosen änderte nichts am Status von Papeete. Papeete bedeutet Quellwasser. Der Legende nach trank die Königin Pomaré IV. nur Wasser aus der reinen Quelle, die hinter ihrem Königspalast im Herzen der Stadt floss. Pomaré IV. wurde 1813 geboren und übernahm mit 14 Jahren die Herrschaft von ihrem verstorbenen Bruder Pomaré III. Pomaré III. wurde mit nur 4 Jahren König und starb mit 7 Jahren. Die letzte Frau von Pomaré II., Teriitaria Ariipaia vahine, war Königin von Huahine und Vormundschaftsregentin von Tahiti während der Zeit von Pomaré III.. Durch das Einschleppen von Krankheiten und Epidemien sowie durch blutige Machtkämpfe der Familienclans um die Führungsrolle auf Tahiti schrumpfte die Bevölkerung von ehemals geschätzten 120.000 auf 11.000 Einwohner. Pomaré IV. Machteinfluss sank zunehmend und ihre Herrschaft endete schließlich unter französischem Protektorat.

Rathaus von Papeete, Tahiti

Der größte Wirtschaftsfaktor ist der Hafen von Papeete mit seinen rund 200 Unternehmen. Der Tourismus spielt dabei eine wichtige Rolle. So werden um die 40.000 Kreuzfahrttouristen jedes Jahr in Papeete erwartet. Im Vaima Shopping-Center werden Perlen und Souvenirs angeboten. Auch rund um den Markt und auf der oberen Ebene in selbem, findet der Tourist zahlreiche Geschäfte. Nicht weit vom Markt in nordöstlicher Richtung befindet sich Mairie de Papeete. 

Vaima Shopping-Center Papeete, Tahiti

Das Rathaus ist von einer Parkanlage umgeben und im Kolonialstil erbaut. 1990 wurde das Gebäude als Nachbildung des Palastes der Königin Pomaré IV. errichtet. Wir wandern weiter Richtung Süden. Nachdem wir den Stadtkern verlassen haben, schließt sich ein Bereich an, der von mehreren Schulen geprägt ist. Kurz vor Schulschluss herrscht hier das Chaos. Kaum ein Schüler muss in Papeete nach Hause laufen. Zahlreiche Autos belegen die reichlich vorhandenen Parkplätze, doch diese reichen um diese Zeit nicht aus. Deshalb werden, um die Straßen einigermaßen freizuhalten, die Gehwege zugeparkt. Die Wartezeit verbringt die polynesische Mutter im Innenraum mit der Überprüfung ihres E-Mail-Accounts. Natürlich muss dabei die Klimaanlage laufen, sonst krepiert man bei 70 °C im Innenraum eines SUVs. Dummerweise funktioniert die Klimaanlage aber nur, wenn der Motor läuft, und so tuckern Hunderte von Klimaanlagen mit einem Dieselaggregat vor sich hin, während der Sprössling die letzten Minuten seiner Schulbildung genießt. Da alle Schulklassen offensichtlich gleichzeitig den Unterricht beenden, ist das Chaos am ersten Kreisverkehr perfekt und es bildet sich ein endloser Rückstau. Jetzt macht sich die Einwohnerzahl des Ballungsgebietes bemerkbar. Im Prinzip gibt es nur eine Straße, auf der der Verkehr abfließen kann, und die ist ohnehin schon über den Tag stark ausgelastet. Ehrlich gesagt wäre mir das auf die Dauer zu anstrengend, aber die polynesischen Frauen scheinen eine Eselsgeduld zu haben. 

Graffiti an Hauswänden Wohngebiet Papeete, Tahiti

Wir entfliehen dem Trubel und kommen in ein Wohngebiet. Die Hauswände sind zum Teil mit Graffiti bemalt. In diesem Stadtbereich befinden sich zahlreiche kleine Restaurants und Imbisse. Auch das ist in Papeete normal, denn man muss im Prinzip nie weiter als 200 Meter laufen, um etwas Essbares zu finden. Das Mittagessen ist den Polynesiern heilig. Zu Mittag gibt es immer reichlich und bisher hat es auch immer gut geschmeckt, obwohl wir nicht so die Mittagsesser sind. 

Mittagessen kann man überall in Papeete

Dafür kommt Gaby an keiner Eisdiele vorbei. Das Gute an Papeete ist: Eisdielen gibt es bei weitem nicht so viele wie Imbissstände oder, wie das auf Neudeutsch heißt, Foodtrucks. Allerdings haben wir ein solches Eiscafé direkt in unmittelbarer Nähe der Marina. Es gibt mehrere Automaten, aus denen man sich das Eis selbst entnehmen kann, und eine Theke für das Topping. Dort kann man dann vom Keks bis zum Gummibärchen noch alles oben darauf packen. Wenn man dann fertig ist, stellt man das Ganze auf eine Waage und bezahlt einen Kilopreis. Wie man sich vorstellen kann, ist das Eis nicht gerade günstig, aber es schmeckt hervorragend. 

Kathedrale Notre Dame de Papeete, Tahiti

Wie gesagt, Gaby kommt an so etwas nicht vorbei und so schließen wir unseren Stadtrundgang wieder einmal in dieser Eisdiele ab. Nächste Woche werden wir uns mal intensiv um unser neues Boot kümmern und schauen, wie wir da weiterkommen. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.

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