So allmählich macht sich der Herbst in Neuseeland auch mit niedrigen Temperaturen bemerkbar. Der erste Morgen mit einem einstelligen Temperaturwert. 9°C sind ganz schön frisch. Wenigstens scheint nach Tagen der Trübnis endlich mal wieder die Sonne. Die Strahlen brennen mir auf den Buckel, während ich in der
Cockle Bay sitze und meinen Cappuccino schlürfe. Aus einem kleinen Wagen werden Kaffee und Eis verkauft.
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| Cockle Bay, Neuseeland |
Seit fünf Monaten sind wir jetzt in Neuseeland. Der letzte Monat läuft an, bevor unser Visum abläuft. Ich blicke hinaus aufs Meer und denke an das
Googol-Getriebe. Die Maschine besteht aus 100 Zahnrädern, wobei jedes Zahnradpaar ein 1:10-Verhältnis hat. Damit das letzte Zahnrad eine Umdrehung vollzieht, muss sich das erste Zahnrad 10
100 Mal gedreht haben. Selbst wenn sich die Zahnräder mit
Lichtgeschwindigkeit bewegen würden, würde das letzte Zahnrad für diese eine Umdrehung länger brauchen, als unser Weltraum existiert. Wenn man dies in Energie umrechnen würde, würde die Energie des gesamten Universums nicht dazu ausreichen, das einhundertste Zahnrad zu bewegen. Würde sich das erste Zahnrad (2 cm groß) mit Lichtgeschwindigkeit drehen, wäre das eine Umdrehung von 2,39 Milliarden Umdrehungen pro Sekunde. Das 10. Zahnradpaar würde dann 2 Minuten und 13 Sekunden brauchen. Das 18. Zahnrad 1 Jahr, 3 Monate und 18 Tage. Das 20. Zahnrad 133 Jahre und das 21. Zahnrad 1330 Jahre für eine Umdrehung. Ab dem 29. Zahnrad hätten wir kosmisch, also über die Existenz des Universums hinaus, eine unendliche Zeitspanne. Die Zeit steht praktisch still. Für Walle steht heute das 20. Zahnrad still. Das ist etwa eine halbe Umdrehung. Mach's gut, Junge.
Die Gegend um
Whitford, einer kleinen Gemeinde, die unmittelbar östlich von
Auckland liegt, ist landschaftlich von Pferden geprägt. Zahlreiche Pferdekoppeln befinden sich hier im hügeligen Farmland. Der
Ayrlies Garden and Wetlands bietet sich für eine kleine Wanderung an. Wie schon erwähnt hat es in der Region tagelang geregnet, sodass die Wetlands ihrem Namen alle Ehre machen. Auf den Wegen im Schilfland steht das Wasser zentimeterhoch.
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| Wanderung durch die Wetlands, Neuseeland |
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| Wetlands, Neuseeland |
Egal, wir testen die Fähigkeit der Wasserabweisung unserer Schuhe und kommen tatsächlich trockenen Fußes hindurch. Zahlreiche Vogelarten sind hier heimisch. Auch zwei Papageien fliegen über unsere Köpfe von Baumwipfel zu Baumwipfel. Am
Whitford Beach – Turanga Creek Conservation Reserve blicken wir hinaus auf den Pazifik. Die Bucht ist sehr flach. Das Wasser zieht sich in der Bucht bei Ebbe bis fast nach
Pine Harbour zurück. Das ist umso erstaunlicher, weil der Turanga genügend Wasser in die Bucht nachschiebt, sodass an der Flussmündung ein paar Boote an der Mooring schwimmen. Allerdings kann man während Ebbe nicht aufbrechen, da 50 Meter weiter kein Wasser unter dem Kiel mehr vorhanden ist.
Das ablaufende Wasser wird auch nächste Woche in
Whangarei ein Problem. Am 1. Mai haben wir Slip-Termin. Dann kommt unsere
Katinka-Enjoy aus dem Wasser. Leider beginnt schon sehr früh am Tag das Wasser abzulaufen. Das heißt, ich muss sehr früh in
Norsand sein. Wir werden sehen, wie wir das in den Griff bekommen. Bis dahin immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif.
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