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Strafe muss sein

Drei Autostunden liegt Whangarei von Auckland entfernt. Ja, es sieht auf der Landkarte nicht so aus, es sind aber immerhin 190 Kilometer. Der Termin zum Herausheben der Katinka Enjoy ist auf den 1. Mai festgelegt. Uns wäre ein früherer Termin lieber gewesen, dann hätte ich nicht extra noch einmal nach Whangarei fahren müssen, aber die Norsand Marina ist immer sehr beschäftigt und es ist nur schwer, einen Termin zu bekommen. Zumal der Slip nur bei Flut genutzt werden kann und deshalb nur für einen begrenzten Zeitraum am Tag zur Verfügung steht. Ich setze mich also ins Auto und fahre nach Whangarei, während Gaby auf die Hunde aufpasst.  Katinka Enjoy kommt aus dem Wasser Ausnahmsweise scheint in Auckland die Sonne und es ist gemütliche 21°C warm. Leider verschlechtert sich das Wetter in Richtung Whangarei und kurz bevor ich mein Ziel erreiche, regnet es wieder. Zum Glück war es nur ein kurzer Schauer. Der GPS-Alarm empfängt mich mit seinem schrillen Gepfeife. Sharron, die Marina-Mana...

Überführungstörn von Portugal nach Italien

Ibiza
Gurrachu lag hinter uns. Wir hatten die gemütliche Marina gegen 12:00 Uhr verlassen. Zuvor wurde Diesel gebunkert sodass die Tanks wieder voll waren. Wind war mal wieder keiner vorhanden und die Wetterprognosen sagten auch nur, wenn überhaupt, aus Nord-Ost vorher. Ich setzte Kurs auf Cabo de Palos das wir spät in der Nacht erreichten.
Inzwischen hatte der Wind schon wieder bis auf 7 Bft. aufgefrischt und eine hacklige Welle vermieste uns das Abendessen. Das Verkehrstrennungsgebiet um das Kap kam immer näher und wir versuchten uns von diesem frei zuhalten, was auch kein grösseres Problem war, ausser dass in diesen Gebieten im Mittelmeer offensichtlich immer ein riesen Betrieb herrscht und man deshalb noch etwas besser als sonst aufpassen muss, ereignete sich nichts aussergewöhnliches. Durch die kurze Welle konnte sowieso keiner von uns beiden schlafen und so beobachteten wir die Schiffe um uns herum bis in die frühen Morgenstunden. Der nächste Tag brach an und das Wetter beruhigte sich langsam wieder. Inzwischen waren wir weit draussen, Kurs Ibiza. Der Wind drehte weiter auf Ost und wir setzten wieder mal zur Abwechslung  Segel. Leider erwies sich die immer wieder diskutierte Aussage, dass ein Kat nicht sehr hoch an den Wind kann, als bestätigt. Zu allem Überfluss ereignete sich auch noch ein Unfall an Bord, als Gaby einen Moment nicht aufpasste und vom Baum ins Eck geschleudert wurde. Das hätte auch anders ausgehen können. Bei einem Mono wäre das Cockpit bzw. das Deck ausgegangen und Gaby wäre mit Sicherheit über Bord gegangen. Hier auf unserer Katinka ist das Cockpit recht gross. Dennoch war es eine schmerzhafte Angelegenheit die dann auch die restliche Reise beeinflusste, aber wir waren froh, dass ausser Prellungen nicht mehr passiert war. Nach dem ersten Schock und der Erstversorgung fing das Hirn so langsam wieder an zu denken und dazu hat es mitten auf dem Wasser unheimlich viel Zeit. Viele Dinge schiessen einem durch den Kopf, von, was hätte alles passieren können, bis wie geht es nun weiter und das in allen Ausprägungen, da man wie schon gesagt, unheimlich viel Zeit hat. Das ist übrigens eine Erfahrung die es im Alltag eines Abteilungsleiter so nicht gibt und die man erst wieder neu erlernen muss.
Ich sass auf meinem Stuhl, da plötzlich kam die Zeit vorbei, ich packte sie und versuchte sie festzuhalten, tiefe Wunden schnitten sich ins Fleisch und sie riss sich wieder los. Seitdem versuche ich nie wieder die Zeit festzuhalten sondern nutze sie um zu leben.
Es war also wieder mal so weit, die Zeit war da und so manche Dinge schossen mir durch den Kopf. Die Sache mit der unbezahlten Rechnung des Liegeplatzes durch den Vorbesitzer, ärgerte mich immer noch masslos zumal ich mir sicher war, dass ich das Geld nie wieder sehen würde. Solche Leute reiten auf dieser Masche und winden sich so durchs Leben. Zu oft hatte ich schon mit solch einem Klientel zu tun und nun wieder einmal mehr. Gaby machte mir Sorgen, die Schmerzen waren doch ziemlich gross. Ich versuchte sie so gut es ging zu versorgen. Peter wird wohl einen Tag am Strand liegen müssen, da wir es bei dieser Wetterlage wohl nicht rechtzeitig schaffen werden.
Delfine! Immer wenn die Tiere auftauchen rufen wir Delfine! Wir lieben diese Tiere und freuen uns immer wenn wir sie sehen und sie neben dem Boot springen und unter dem Boot durchtauchen.
Inzwischen hatten wir schon über 500Sm seit Portiamo zurückgelegt. Ibiza lag vor uns und ich wäre gerne in einer Bucht vor Anker gegangen. Doch mittlerweile war klar, wenn wir durchfahren kommen wir in Mallorca rechtzeitig an. Wir erreichten das Leuchtfeuer Es Penjats am frühen Abend gegenüber liegt Es Palmador. Die beiden Inseln bilden die Durchfahrt zwischen Formentera und Ibiza. Während Formentera fast Dunkel ist, leuchtet die Stadt Ibiza wie ein Weihnachtsbaum. Am frühen Abend sind noch viele Schiffe unterwegs und versuchen ihren Hafen zu erreichen. Wir fahren der Südküste Ibiza´s entlang und setzen am Cap de Xaloc Kurs auf Mallorca.   

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