Die Glatze verbrannt!
Die Half Moon Bay liegt etwa acht Seemeilen östlich des Auckland Downtown Ferry Terminals. Von hier aus erreicht man den Stadtkern in rund einer halben Stunde. Da das Wetter mitspielt, entscheiden wir uns, Auckland auf diesem Weg zu besuchen. Wir nutzen die Fährverbindung und fahren in die Stadt.
![]() |
| Half Moon Bay im Osten von Auckland, Neuseeland |
Da ich von der Natur, was meine Haarbedeckung betrifft, etwas benachteiligt bin, trage ich normalerweise einen Hut. Allerdings kommt nun auch noch eine gewisse Vergesslichkeit hinzu. Kurz gesagt, ich vergesse meine Kopfbedeckung, was über den Tag hinweg fatale Folgen hat. Doch zunächst merke ich nichts davon. Vorbei an Rangitoto Island und Mission Bay nähern wir uns Auckland Downtown. Devonport liegt gegenüber und ist von der Stadt aus mit der Fähre in 15 Minuten zu erreichen. Für die Auckländer ist Devonport ein beliebtes Ausflugsziel. Devonport ist außerdem der Hauptstützpunkt der neuseeländischen Marine. Der Stadtkern ist durch einen viktorianischen und edwardianischen Baustil geprägt. In den Gebäuden befinden sich Cafés, Boutiquen und Galerien. Es lohnt sich, durch die Victoria Road und die Church Street zu schlendern. Da wir den Stadtkern von Auckland im Sommer bereits besucht hatten, interessierten uns zunächst die Auckland Waterfront, der Viaduct Harbour und das Wynyard Quarter.
![]() |
| Waterfront Auckland, Neuseeland |
Die Waterfront erstreckt sich entlang des Waitematā-Hafens und bildet die lebendige Verbindung zwischen Innenstadt und Meer. Der Viaduct Harbour wurde einst für den America’s Cup 2000 als Dorf erbaut und ist heute ein Hafenbecken voller Luxusyachten, Restaurants und Bars mit lebhafter Atmosphäre. Am östlichen Ende befindet sich das neuseeländische Marinemuseum, das über die Seefahrtsgeschichte des Landes informiert. Die Fußgängerbrücke Te Wero verbindet den Viaduct Harbour mit dem westlich angrenzenden Wynyard-Viertel und öffnet sich für hohe Schiffe. Das Wynyard-Viertel entstand auf ehemals industriell genutztem Gelände und wird nach und nach zu einem modernen Hafengebiet umgestaltet. Im Silo-Park erinnern umgebaute Zementsilos in riesigen Ausmaßen an die industrielle Vergangenheit. Sie dienen heute als Veranstaltungsort und Freifläche. Der Karanga-Platz mit einer „städtischen Badestelle“ und freiem Blick auf die Skyline lädt zum Verweilen ein.
![]() |
| Schwimmbad mit Blick auf die Skyline Aucklands, Neuseeland |
An Sonntagen fährt eine historische Straßenbahn durch das Viertel und verbindet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten miteinander. Breite Uferwege, öffentliche Kunstwerke und eine gelungene Mischung aus Gastronomie, Parks und Hafenbetrieb prägen das Bild des Viertels. Zusammen bilden die Waterfront, der Viaduct Harbour und das Wynyard-Viertel eine der attraktivsten Hafenzeilen der Südhalbkugel. Dieser Bereich Aucklands zählt zu den kulinarisch reichhaltigsten Gegenden Neuseelands und bietet für jeden Geschmack und jedes Budget etwas. Der Hafengürtel ist Aucklands belebtestes Ausgehviertel. Ab Sonnenuntergang wandelt sich die Atmosphäre zu einem lebhaften Treffpunkt. Dutzende Bars und Lokale säumen das Ufer, von denen viele über Terrassen mit Blick auf die beleuchteten Yachten und die Skyline verfügen.
![]() |
| Bars und Kneipen im Viaduct Harbour, Neuseeland |
Die hohe Attraktivität zeigt sich auch tagsüber. Hier ist immer etwas los. Wir spazieren bis zum Westhaven, der eine große Marina beherbergt. Hier liegen Fischerboote und Superyachten, alles, was man sich unter Freizeitbooten und Yachten vorstellen kann. Die Sonne brennt gnadenlos auf mein Hirn. In den letzten Tagen war es überhaupt kein Problem, sich im Schatten aufzuhalten, da der Himmel bedeckt war. Heute ist das schon wesentlich schwieriger, da kaum eine Wolke den Himmel bedeckt. Wir machen in einem der Restaurants einen Stopp. Bei Fish and Chips und einem Bier schauen wir dem Treiben im Hafenbecken zu.
![]() |
| Queen Street in Auckland, Neuseeland |
Die Queen Street ist die zentrale Einkaufsstraße Aucklands. Sie erstreckt sich über rund drei Kilometer von den Queens Wharfs am Hafen bis hinauf zur Karangahape Road im Süden. Sie wurde nach Königin Victoria benannt und geht auf die frühen 1840er Jahre zurück, als Auckland zur Hauptstadt ernannt wurde. Die Straße besticht durch einen faszinierenden Mix aus historischen Gebäuden und modernen Hochhäusern. Von großen Kaufhäusern und internationalen Luxusmarken (Dior, Prada u. a.) über Filialisten und Souvenirläden bis hin zu neuseeländischen Spezialitäten wie Wolle, Grünstein/Marmor und Māori-Kunst findet man hier alles, was das Einkaufsherz begehrt. Dazwischen gibt es zahlreiche Cafés, Restaurants und Imbisse.
![]() |
| Alt und modern im Stadtzentrum von Auckland, Neuseeland |
Wir schlendern die belebte Straße entlang und besuchen den Albert-Park. Er ist eine grüne Oase mitten im Stadtzentrum von Auckland, oberhalb der Queen Street und unmittelbar angrenzend an die Universität Auckland. Er wird von der Wellesley Street East, der Princes Street, der Bowen Avenue und der Kitchener Street begrenzt, umfasst eine Fläche von 5,6 Hektar und liegt auf einem erloschenen Vulkankegel in rund 40 Metern Höhe. Der Park blickt auf eine vielschichtige Vergangenheit zurück. Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine Māori-Siedlung mit einem Verteidigungs-Pā namens Te Horotiu. Ab den 1840er Jahren errichtete das britische Militär hier die Albert-Kaserne. Nach dem Abzug der Streitkräfte wurde das Gelände im Jahr 1881 in einem Wettbewerb als öffentlicher Park gestaltet und nach Prinz Albert, dem Gemahl von Königin Victoria, benannt. Unter den Rasenflächen befinden sich zudem noch verschlossene Luftschutzstollen aus dem Zweiten Weltkrieg.
![]() |
| Albert Park Auckland, Neuseeland |
Der Park besticht durch seine formale viktorianische Gartengestaltung mit symmetrischen Wegen, Blumenbeeten, Rasenflächen und altem Baumbestand, zu dem Palmen, Zedern und einheimische Bäume gehören. Im Frühling (September–Oktober) blühen Kirschbäume. Von den höheren Bereichen aus bietet sich ein schöner Ausblick über die Stadt und Teile des Hafens. Der Park ist bei Spaziergängern, Studenten, Picknickern und Fotografen beliebt. Wir genießen die Ruhe inmitten der quirligen Stadt. Die kühle Luft kühlt meine Glatze, sodass ich die Veränderung kaum bemerke.
Zurück in der Queen Street gönnen wir uns noch einen Cappuccino, während wir auf die nächste Fähre warten. Pünktlich geht es vom Pier 5 los und eine halbe Stunde später sind wir wieder in unserem beschaulichen Vorort Howick. Im Badezimmer brauche ich heute kein Licht, weil die Birne von allein glüht. Da hilft auch keine feuchtigkeitsspendende Hautcreme. Leider ist die Glatze verbrannt.
Euch immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und haltet die Ohren steif!







Kommentare
Kommentar veröffentlichen